AfD setzt auf Dialog statt Konfrontation mit Russland

Vom 05. bis 08. Juni 2019 fand das 23. St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF), eine einzigartige Veranstaltung in der Wirtschaftswelt, statt. Die globale Plattform für Mitglieder der Geschäftswelt wird seit 1997 regelmäßig durchgeführt, seit 2006 unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin. In den letzten 21 Jahren hat sich das Forum zu einer führenden globalen Plattform für Mitglieder der Geschäftswelt entwickelt, um die wichtigsten wirtschaftlichen Fragen zu erörtern, mit denen Russland, Schwellenländer und die Welt insgesamt konfrontiert sind. Das Interesse der globalen Geschäftswelt, der Leiter internationaler Organisationen, Beamter, Experten, Wissenschaftler und der Medien am Forum wächst von Jahr zu Jahr, ebenso wie die Anzahl der Länder, aus denen die Teilnehmer stammen. Ein einzigartiges internationales Wirtschaftsforum der Extraklasse, zu welchem auch die Bundestagsabgeordneten Dr. Robby Schlund und Armin-Paul Hampel des Arbeitskreis für Auswärtiges der Alternative für Deutschland eingeladen waren, um wirtschaftspolititsche Diskussionen zu führen und internationale Lösungen zu finden.

Arbeit der AfD zeigt Wirkung

Rund 19.000 Teilnehmer aus Wirtschaft, Sport, Kultur und Politik aus 145 Ländern, kamen in Sankt Petersburg zusammen und führten Podiumsdiskussionen, Fernsehdebatten, Geschäftsdialoge und Diskussionsrunden durch, um sich mit den Beziehungen zu Russlands zu befassen. Der Vizepräsident des SPIEF-Organisationskomitees, Anton Kobjakow, berichtete, dass in in diesem Jahr ein Rekord hinsichtlich der Teilnehmerzahl aufgestellt worden ist. Er berichtete von 650 geschlossenen Verträge mit einem Gesamtbetrag von ca. 480 Mrd. US-Dollar.

Jahrelang haben die Altparteien pauschalisierte Politik betrieben. Nur die AfD ließ sich keine Scheuklappen aufzwingen und differenzierte wohlbedacht und weitsichtig. Seit mehr als 2 Jahren versucht Dr. Schlund mit Mühe und großem Einsatz, den Dialog mit Russland nicht nur aufrechtzuerhalten sondern aktiv weiterzuentwickeln und betonte die Wichtigkeit von Verständnis und lösungsorientierten Denken sowie Handeln zwischen Deutschland und Russland. 

Erst die jüngsten Wahlergebnisse veranlassten die Altparteien, ihr Handeln zu überdenken und nun versuchen diese natürlich, die Ergebnisse der Arbeit der AfD für sich zu deklarieren. Zwar ist ein Umdenken der Altparteien richtig, jedoch darf bezweifelt werden, dass dies aus Überzeugung geschieht. Es wäre wenig verwunderlich, wenn die nun gesagten Worte einiger Altparteien-Akteure nach den nächsten Wahlen schnell wieder vergessen werden. Doch dafür ist es bereits zu spät. Das Ausland hat erkannt, dass die AfD der richtige Dialogpartner ist.  

Großes Interesse der internationalen Medien an der AfD

Global Village & Eurasische Wirtschaftsunion

Als Hauptthema stand dieses Jahr die Erstellung einer Agenda für nachhaltige Entwicklung im Vordergrund, zu welchem eine Plenarsitzung mit Reden vom russischen Präsidenten Wladimir Putin, dem Präsidenten der Volksrepublik China Xi Jinping, dem Präsidenten Bulgariens Rumen Radev, dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Pashinyan und dem slowakischen Ministerpräsidenten Peter Pellegrini, abgehalten wurden. 

Steigende soziale Ungleichheiten, instabiler Handel und angespannte politische Beziehungen wirken sich immer weiter auf die Weltwirtschaft aus. Deshalb ist es umso wichtiger, dem aktuellen Zustand der Wirtschaft sowie den Aussichten für eine nachhaltige Entwicklung eine besondere Bedeutung zukommen zu lassen. Die Erhaltung unserer Umwelt, die bewusste und bedachte Nutzung natürlicher Resourcen und die Befriedigung unserer Bedürfnisse ohne Kosten für zukünftige Generationen sind dabei von höchster Bedeutung.

Russlands Präsident, Wladimir Putin.
Xi Jinping, Staatspräsident der Volksrepublik China.

Die Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping sowie der bulgarische Präsident Rumen Radev, der armenischen Premierminister Nikol Pashinyan und der slowakischen Premierminister Peter Pelligrini sagten, dass sich die globale Entwicklung in den letzten Jahren aufgrund der USA verändert hat. So sind es u.a. die auferlegten Zollerhöhungen, der Handelskrieg zwischen den USA und China, die jüngsten Drohungen gegen Mexiko sowie die Sanktionen gegen Russland, u.a. wegen des Ukraine-Konfliktes.

Putin betonte in seiner fast 30 minütigen Rede: 

„Die Vereinigten Staaten haben immer Freihandel und Demokratie gepredigt. Jetzt ändert sich dies, da neue, stärkere Volkswirtschaften entstehen. Daher treten jetzt Beschränkungen der Vereinigten Staaten in Kraft, um dies zu verhindern. Die Mechanismen für globales Wachstum beginnen zu scheitern und ein vereinfachter Ansatz hat eingesetzt.“ 

Und weiter: „Das alte westliche System beruhte darauf, den Westen dominant zu halten, und alle anderen konnten mitfahren. Aber jetzt sind neue Wettbewerber angekommen und dies führt jetzt zu Handelskriegen. Nordstream ist ein Beispiel. Dies (Erdgasleitung zwischen Russland und Europa) würde Energie, Sicherheit und Arbeitsplätze in ganz Russland und Europa schaffen. Aber die Vereinigten Staaten wollen ihr eigenes Gas nach Europa verkaufen, obwohl es teurer, schmutziger und technologisch schlechter ist, geschweige denn in Bezug auf Logistik und Entfernung. Huawei ist ein weiteres Beispiel dafür, wie ein Unternehmen vom globalen Markt verdrängt wird. Es besteht ein US-amerikanisches Monopol, das Beschränkungen für die Entwicklung von Technologien enthält. Das heißt, es besteht der Wunsch, technologische Ungleichheit zu erzwingen, zwei Welten zu schaffen, eine wohlhabende und eine ohne Zugang. Gleichzeitig beschleunigen Umwelt- und Klimaveränderungen die Ungleichheit. Wir sehen Versuche, globale Spaltungen zu schaffen. “

Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping erklärte in seiner Rede:  „Im gegenwärtigen Handelskrieg zwischen den USA und China geht es eigentlich um Globalisierung und Anti-Globalisierung. China will die Globalisierung. Aber die Globalisierung muss verwaltet und geschützt werden. Wir müssen darüber nachdenken, wie das derzeitige Handelssystem verbessert werden kann. Es muss mehr Respekt bei der Beilegung von Differenzen geben, nur wenn es Respekt gibt, können wir zu einer gemeinsamen Basis gelangen und Differenzen beilegen.

China braucht vertrauenswürdige Partner mit gleichem Verstand. China wird einen offenen Markt schaffen, um einen ehrlichen Wettbewerb zu ermöglichen, der auf den Grundsätzen des gegenseitigen Respekts und der Gleichheit beruht. Wir werden den Entwicklungsländern weitere Chancen eröffnen und die Belt and Road-Initiative zu einem nachhaltigen Entwicklungs- und Wirtschaftsumfeld verbinden. Wir werden am Kurs der grünen Entwicklung festhalten – wie Dostojewski sagte: ‘Schönheit wird die Welt retten.’ 

China beabsichtigt, das Pariser Abkommen (über den Klimawandel) umzusetzen. Die Länder integrieren sich wie nie zuvor, aber es entstehen neue Probleme. Nachhaltige Entwicklung erfordert eine gemeinsame Vereinbarung und Zusammenarbeit aller Länder, und wir müssen die globale Governance verbessern. “  

Der slowakische Ministerpräsident Peter Pellegrini sprach sich u.a. gegen die EU-Sanktionen gegen Russland aus.

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Dr. Robby Schlund mit dem Botschafter der Dominikanischen Republik.
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Armin-Paul Hampel folgt den Ausführungen der Redner.

Gemeinsamen Nenner finden

Auch die Bundestagsabgeordneten der AfD-Fraktion Dr. Robby Schlund und Armin-Paul Hampel unterstützen diese Aussage. Die Sanktionen an sich fördern die Konflikte, verhindern wirtschaftspolitische Gespräche und führen schlimmstenfalls zu einer Auseinandersetzung. Es spielt dabei keine Rolle, gegen welches Land diese Sanktionen erhoben werden. Eine konsequente Russlandpolitik wird von Seiten der AfD angestrebt, die Fraktion hält den Business-Dialog Russland – Deutschland für die einzige sinnvolle Lösung. Um eine Zusammenarbeit im wirtschaftlichen und technologischen Bereich zur fördern, bedarf es der Findung eines gemeinsamen Nenners, um weitere auch kritische Schritte einzuleiten. Denn die Wählerinnen und Wähler in Deutschland wünschen sich endlich eine bessere Beziehung zu Russland.

Besuch der Ausstellungspavillons

Als Vorsitzender der Deutsch – Russischen Parlamentariergruppe besuchte Dr. Schlund mit Armin-Paul Hampel nicht nur viele interessante wirtschaftspoltische Plenardebatten, sondern besuchte auch die verschiedenen Ausstellungspavillons, u.a. den der Region Kaluga. Im Rahmen einer Delegationsreise war er dort am 17. und 18.06.2019 ebenfalls vor Ort. In Kaluga hat sich die wirtschaftliche Situation in den letzten 10 Jahren sehr positiv verändert, so hat zum Beispiel VW in 2007 sein Werk eröffnet und 2009 die Vollproduktion mit heute 6100 Mitarbeitern begonnen. Auch andere namhafte Autohersteller wie Volvo und Renault findet man vor Ort.

Bundesregierung knickt aufgrund intensiver Russlandpolitik der AfD ein.

Durch die intensive Russlandpolitik und Arbeit der AfD in dieser Legislatur, wurden die Altparteien um SPD und CDU gezwungen, in Anbetracht ihrer desaströsen Wahlergebnisse, Zugeständnisse zu machen. Daher war das internationale Medieninteresse an der AfD sehr groß.

Internationales Medieninteresse

Vladimir Ryzhkov

- Meine erste Frage betrifft die letzten Wahlen zum Europäischen Parlament. Wie können Sie die Ergebnisse für Ihre Partei (Alternative für Deutschland) und für das gesamte Land auswerten?

 

Dr. Schlund

- das kann ich leicht sagen. Wir haben sehr gute Ergebnisse im Osten des Landes.

 

V. Ryzhkov

- Was?

 

Dr. Schlund

- In diesem Bereich haben wir 23%, und das ist eine ziemlich hohe Zahl. Direkt in Sachsen sind die Zahlen noch höher. Ich möchte jedoch auf die Ergebnisse insgesamt eingehen, da die Indikatoren für Ostdeutschland im Verhältnis zur gesamten Bundesrepublik Deutschland nicht vollständig sind. Vielleicht geht es bei Ihrer Frage darum, warum die Ergebnisse in Westdeutschland nicht so gut sind?

 

V. Ryzhkov

- Ja 

Dr. Schlund

- Es ist ganz einfach. Tatsache ist, dass die Menschen in Ostdeutschland wie in Russland eine Ausbildung erhielten. Die Erziehung in Ostdeutschland basierte auf der Dialektik von Karl Marx und Friedrich Engels. Wir haben den Helden Potemkin und andere Revolutionäre studiert. Während Westdeutschland existierte und weiterhin im kapitalistischen System existiert. Kein Wunder, dass die Menschen im Westen unglücklich sind ...

 

V. Ryzhkov

- Arbeitslosigkeit, Einkommensverteilung ... Viele Menschen zogen von Ostdeutschland nach Westdeutschland.

 

Dr. Schlund

- Wir haben nicht so viel Geld wie im Westen. Viele Faktoren, die Unzufriedenheit verursachen. Gleichzeitig gibt es in Westdeutschland Probleme. Nicht alle Menschen sind mit unserer Partei zufrieden. Sie wissen aber immer noch nicht, für wen sie stimmen sollen: für die Sozialdemokraten oder für die "Grünen"?

 

V. Ryzhkov

- Viele Leute haben für die Grünen gestimmt.

 

Dr. Schlund

- Ja, und die Ergebnisse in verschiedenen Bezirken Deutschlands sind ungefähr gleich. Und Sie haben vielleicht bemerkt, wie viele Meinungen unser Land jetzt spalten. Seit der Vereinigung von Ost und West ist zwar genug Zeit vergangen. Es ist interessant, das zu beobachten.

 

V. Ryzhkov

- Verzeihen Sie mir diese Frage, aber Ihre Partei hat keinen sehr guten Ruf. Ich meine, ich höre ziemlich oft: Die AfD ist eine anti-europäische Partei, die aus Fremdenfeindlichen, Populisten, der äußersten Rechten und dergleichen besteht. Was können Sie darauf antworten? Versuchen Sie zum Beispiel wirklich, die Europäische Union zu zerstören? Was ist Ihre Position?

 

Dr. Schlund

- Ich kann sagen, dass dies nicht die richtige Position ist. Schließlich sind wir nicht gegen Europa, nicht gegen die europäische Kultur. Aber wir sind gegen die Zentralisierung, gegen die Herrschaft der Regierung eines bestimmten Landes über alle europäischen Staaten. Unsere Position ist, dass jede europäische Macht ihre eigene Kultur und geopolitische Interessen hat. Vielleicht können mehrere Länder zusammenarbeiten, wie zum Beispiel Deutschland und Frankreich - kein Problem …

 

V. Ryzhkov

- Bitte antworten Sie. Wollen Sie die Europäische Union wirklich als ein System der Beziehungen zwischen Staaten auflösen?

 

Dr. Schlund

- Das ist nicht so einfach zu beantworten. Wir sprechen nicht gerne von der Zerstörung irgendeiner Idee, die Europa vereint. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, die bestehende Ordnung der Dinge zu verändern.

 

V. Ryzhkov

- Das heißt, die Europäische Union kann zentraler und weniger zentralisiert sein, aber auf die eine oder andere Weise existieren. Die Frage bleibt jedoch weiterhin: Ist Ihre Partei bestrebt, die Europäische Union in irgendeiner Form zu zerstören? Oder wollen Sie es transformieren, Weichen für Dezentralisierung und größere Autonomie der Staaten stellen?

 

Dr. Schlund

- Das ist die richtige Richtung. Die Europäische Union ist ein vielschichtiger Mechanismus mit unterschiedlicher Kohärenz zwischen ihren Komponenten. Und in der Vergangenheit war das europäische System nicht so zentralisiert, es war freier. Und die Meinung unserer Partei, dass Europa ein demokratischeres System braucht. Wir sollten auf verschiedene Staaten hören, weil sie ihre eigene Meinung haben. Und nur ein wirklicher Kompromiss zwischen den Ländern wird zum Erfolg führen. Das derzeitige System kommt nur wenigen Ländern zum Nachteil aller anderen Länder zugute. 
Sie sehen, was gerade in Großbritannien passiert. Es ist möglich, dass in 5-10 Jahren dasselbe mit anderen Ländern passiert. Daher muss die Europäische Union ein starkes demokratisches System sein. Dies ist die Botschaft, die unsere Partei trägt. Ja, ehrlich gesagt, die gesamte Bevölkerung kann nicht hundertprozentig zufrieden sein ...

 

V. Ryzhkov

- Es gibt eine Meinung, dass die AfD eine fremdenfeindliche, rechtsextreme Partei ist, die Sie als Araber, Hindus und Schwarze hassen. Sagen Sie uns, was ist Ihre wahre Position in Bezug auf Einwanderer?

 

Dr. Schlund

- Ich habe keine Probleme mit Einwanderern.

 

V. Ryzhkov

- Ich meine Sie nicht persönlich, sondern Ihre Partei!

 

Dr. Schlund

- Absolut keine Probleme. Wir begrüßen die Vielfalt der Kulturen. Wie ich bereits sagte, hat jedes Land seine eigene Kultur. Jeder sollte einen Dialog auf der gleichen Ebene führen. Das Problem ist, dass eine große Anzahl von Menschen in unser Land kommt und unsere Religion und unsere Stiftungen als Problem behandelt!

 

V. Ryzhkov

- Ist es wirklich so? Vielleicht übertreiben Sie?

 

Dr. Schlund

- Nein, nein. Gar nicht. Jetzt gibt es in den deutschen Großstädten parallel dazu grundsätzlich unterschiedliche Kulturen. Und hier kritisieren wir die derzeitige Regierung. Es kann nicht die Existenz unterschiedlicher Kulturen unter Beibehaltung der allgemeinen staatlichen Gesetze und Vorschriften in Einklang bringen. Dies ist jedoch der einzige Weg zu einem harmonischen Zusammenleben. Aber Frau Merkel lässt Vertreter verschiedener Gesellschaften und gibt ihnen die volle Selbstkontrolle.

 

V. Ryzhkov

- Aber wenn Sie nicht gegen Einwanderer und nicht gegen eine Vielzahl von Kulturen sind, warum fordern Sie dann eine Reduzierung der Einwanderungsrate nach Deutschland? Ist das ein Widerspruch?

 

Dr. Schlund

- Nr Keine Kontroverse. Hier zum Beispiel. Russland ist ein großes Land. Unser Land ist nicht so groß.

 

V. Ryzhkov

- Hier leben jedoch etwa 80 Millionen Menschen. Das ist ziemlich viel!

 

Dr. Schlund

- Das stimmt. Aber wenn Sie sich unser Budget ansehen ... Ich meine, wir haben beeindruckende Wachstumszahlen. Aber wir können nicht die ganze Welt enthalten, oder? Es ist einfach unmöglich! Wir bemühen uns natürlich, die Menschen zu unterstützen, aber in ihren eigenen Ländern, in ihren Territorien. Und ich halte das für eine vernünftige Idee. Und der Rest der Partei war einfach unzufrieden mit unserem Erfolg. Angemessene Leute verstehen, was wir wollen, und wir haben keine Probleme. Ich habe Freunde auf der ganzen Welt. Es könnte Sie interessieren, dass viele Mitglieder unserer Partei ausländische Ehepartner haben! Auch sie sind Einwanderer. 
Gleichzeitig können Sie im Internet nach Informationen über Mitglieder anderer Parteien suchen, die aufgrund ihres Alters oder aus anderen Gründen nicht mehr arbeiten. Sie werden sehen, dass viele von ihnen in der Vergangenheit nationalistische Ansichten vertreten haben. Unsere Partei ist an sich noch relativ jung, also haben wir das passende Personal, wissen Sie? (lacht)

 

V. Ryzhkov

- Ja, ich verstehe Sie. Einige Fragen zu den Beziehungen zwischen Russland und Europa, insbesondere zu Deutschland. Auch hier entschuldige ich mich für meine Frage, aber es gibt viele Gerüchte, dass Ihre Partei die Unterstützung des Kremls erhalten hat, sogar finanzielle Subventionen! Es gibt Gerüchte, dass der Kreml daran interessiert ist, die Europäische Union und Deutschland zu schwächen, Ihr politisches System zu zerstören, Euroskepsis zu entwickeln und so weiter. Wie können Sie diese Gerüchte kommentieren?

 

Dr. Schlund

- Das ist grundsätzlich falsch. Und diejenigen, die sich der Politik zumindest ein wenig bewusst sind, wissen, dass es sich um lächerliche Gerüchte handelt.

 

V. Ryzhkov

- Aber wissen Sie, ich schaue jeden Abend in den russischen Medien und bemerke, dass Ihre Partei immer viel wärmer behandelt wird, als der Rest Deutschlands. Sozialdemokraten werden zum Beispiel viel aktiver kritisiert. Aber in den russischen Medien wird immer gerne über Ihre Partei gesprochen. Können Sie das erklären?

 

Dr. Schlund

- Tatsache ist, dass unsere Partei auf einem viel stärkeren Dialog besteht als auf Sanktionen. Wir begrüßen die Entwicklung der Beziehungen zu Russland durch einen konstruktiven Dialog. Überall auf der Welt waren Sanktionen zu jeder Zeit der erste Schritt in Richtung Krieg. Und wir glauben, dass Krieg nicht die einzige Option ist.

 

V. Ryzhkov

- Glauben Sie, dass Ihre Wähler diese Position teilen? Betrachten Sie dies als einen wichtigen Teil Ihres Programms?

 

Dr. Schlund

- Deutsche Zeitungen und Zeitschriften schreiben oft über die finanzielle Unterstützung unserer Partei durch den Kreml, aber das ist Unsinn. Gleichzeitig gibt es Themen, über die niemand spricht. Zum Beispiel wird der Iran nicht so oft diskutiert, obwohl ähnliche Sanktionen gegen ihn verhängt werden und die Situation im Allgemeinen ähnlich ist. Dieser Konflikt ist jedoch notwendig, da der Iran von neun Ländern umgeben ist, von denen nur dieses relativ stabil ist. Und die Destabilisierung des Iran wird anschließend zur Destabilisierung aller umliegenden Länder führen. Deshalb begrüßen wir keine Sanktionen. Nur spricht niemand über den Iran, weil er kein so interessanter politischer Gegner wie Russland ist.

 

V. Ryzhkov

- Ja. Herr Dr. Schlund, wir sprechen über Sanktionen gegen Russland und über Vergeltungsmaßnahmen Russlands gegen europäische Länder. Aber Ihre Position bei der Abschaffung von Sanktionen, richtig?

 

Dr. Schlund

- Auf jeden Fall.

 

V. Ryzhkov

- Aber bedeutet das, dass die ukrainische Krise für Sie keine Rolle spielt? Welche Sicherheitsfragen in Europa haben für Sie keine Priorität? Denn Sanktionen sind im Wesentlichen eine direkte Reaktion auf die Krise in der Ukraine.

 

Dr. Schlund

- Ich kann Ihnen ein Beispiel geben, was ich im Dialog mit den Ukrainern gesagt habe. Deutschland hat Interessen. Tatsache ist, dass es für Deutschland wichtig ist, die Neutralität zu wahren, aber wir sind daran interessiert, Ihren Konflikt mit der Ukraine zu beenden.

 

V. Ryzhkov

- Sie glauben also, dass der Konflikt ohne Sanktionen auf diplomatischem Wege gelöst werden kann?

 

Dr. Schlund

- Natürlich. Das ist unsere Position. Wir glauben, dass Sie keine Gegner sind und dass dieser Streit diplomatisch beigelegt werden kann. Deutschland hatte genug Feinde. Heute sind wir nicht an Konflikten interessiert. Wir sind an Ihrer gegenseitigen Versöhnung interessiert. Wir glauben, dass die Situation friedlich gelöst werden kann, so dass alle zufrieden sind. Und deshalb sind wir für den Dialog und nicht für Sanktionen. Dialog ist immer eine optimale Lösung für Streitigkeiten.

 

V. Ryzhkov

- Und die letzte Frage. Wir haben zunächst die Wahlen zum Europäischen Parlament erörtert. Es ist bekannt, dass populistische, rechte Parteien wie Ihre 30 bis 35% der Sitze einnahmen und dass sie einen ziemlich großen Anteil im Bundestag haben. Meine Frage ist das. Glauben Sie, dass Ihre Partei in den kommenden fünf Jahren den politischen Kurs der Europäischen Union im Allgemeinen und Deutschlands im Besonderen stark beeinflussen wird? 

 

Dr. Schlund

- Wir wissen nicht, wie die Zukunft aussehen wird. Im Moment haben wir ein allgemeines Programm. Und wir passen es an kleinere staatliche Institutionen an, damit das Gesamtsystem geändert werden kann. Aber wir versuchen nicht, es zu zerstören, wie Sie zu Beginn unseres Gesprächs festgestellt haben. Vielleicht sollten wir einige der Komponenten ändern, weil sich ihr Fortschritt verlangsamt hat. 
Es gibt ein Konzept von Global Village. Dies impliziert, dass jedes „Dorf“ seine eigenen kulturellen Merkmale hat und wir ihnen alle helfen können, in der Welt zu leben. Dies ist die Position unserer Partei. Im Gegensatz zu einer einzigen Welt, in der es nur eine einzige Kultur gibt. Und ja, wir glauben, dass die friedliche Existenz aller „Dörfer“ der Welt möglich ist.

 

V. Ryzhkov

- Nach der klassischen politischen Theorie gibt es ultralinke, linke-linke, rechte, rechte-rechte, sowie grüne und liberale Ansichten. Wo steht Ihre Partei? Was ist der Ort Ihrer Partei? Wer sind Sie?

 

Dr. Schlund

- Es ist ziemlich einfach. Wir sind die richtige Partei.

 

V. Ryzhkov

- Aber nicht ultra-richtig?

 

Dr. Schlund

- Nein, nicht ganz richtig.

 

V. Ryzhkov

- Okay. Wir haben mit Dr. Robby Schlund gesprochen ...

WIRTSCHAFTSKRIEG IST SEKUNDÄR

- Herr Schlund, Sie haben persönlich an SPIEF teilgenommen. Befindet sich Russland wirklich "in internationaler Isolation"?

- Gar nicht. Im vergangenen Jahr kam beispielsweise der französische Präsident Emmanuel Macron dorthin. Und jetzt ist SPIEF nicht nur ein wirtschaftliches Forum, sondern auch eine Plattform für den politischen Dialog. Einschließlich zwischen jungen Führungskräften. Gestern, am 8. Juni, habe ich dort beim Mittagessen mit dem Leiter der Bundesagentur für Jugend, Alexander Bugaev, gesprochen . Wir haben mit ihm über die deutsch-russische Zusammenarbeit auf diesem Gebiet gesprochen.

- Es ist alles großartig, aber der Wirtschaftskrieg mit Russland geht weiter.

- Sanktionen führten zu keinem Ziel - zumindest nicht zum Nahen Osten. ( Der gegenwärtige Iran steht seit 1979 unter Sanktionen, der benachbarte Irak von 1990 bis 2003 unter Saddam Hussein, und in beiden Fällen war der Wirtschaftskrieg des Westens gegen diese Staaten nutzlos. )

- Inzwischen ist die Statistik für 2018 rechtzeitig eingetroffen - der Handelsumsatz zwischen Russland und Deutschland stieg um 19,3% auf 60 Mrd. USD.

"Weil die Wirtschaft nach ihren eigenen Gesetzen lebt und wir, die AfD, sehr erfreut sind, wenn sich die Beziehungen zwischen unseren Ländern verbessern." Russland ist ein Auto und Deutschland ist eine Autobahn. Und das erste erfordert das zweite. Wir, normale Leute, sind wie Passagiere in diesen Autos. Auch wenn die Autobahn gesperrt ist, werden wir noch einen Umweg machen.

DÄNEMARK GEGEN "NORTHERN FLOW-2"

- Ist die Aufhebung der antirussischen Beschränkungen dennoch möglich?

- Gehen Sie durch Deutschland - gewöhnliche Leute sehen keinen Sinn in den Sanktionen. Daher werden sie bei jeder Wahl immer weniger für die alten Parteienwie CDU / CSU und SPD (das herrschende Tandem unter der Leitung der jetzigen Bundeskanzlerin Angela Merkel - Ed. ) Gewählt . Und diese wiederum sind gezwungen, mit Russland am Verhandlungstisch zu sitzen. Welche sogar auf der SPIEF gesehen werden kann - zum Beispiel, kam den Minister für Wirtschaft und Energie der Bundesrepublik Deutschland Peter Altmaier, der Ministerpräsidenten von Mecklenburg -Front Pommern Manuela Schwesig und anderen deutschen Politikern.

- Unsere beiden Länder sind durch ein weiteres gemeinsames Projekt verbunden - die Nord Stream-2-Gaspipeline unter der Ostsee. Aber ein Staat in diesem Wasserbecken, Dänemark, ist immer noch gegen die neue „Pipe“ . Gibt es eine Chance, das Kopenhagener Veto zu überwinden?

- Ich denke ja. Ich war vor sechs Monaten in Dänemark - und ich werde mit Sicherheit sagen: Die einfachen Leute und Politiker kümmern sich wirklich um nationale Interessen, insbesondere im Kontext der internationalen Sicherheit. Und das ist gut so. Gleichzeitig sind die Dänen offene Menschen, die zum Dialog bereit sind. Ich denke, Sie sollten es auf internationalen Plattformen wie SPIEF starten, Vertreter des Europäischen Parlaments und anderer europäischer Strukturen anrufen. Und hier würde unsere Partei AdG, deren Position zur Unterstützung von Nord Stream bekannt ist, gerne als Moderator und Moderator eines solchen Dialogs fungieren.

UND ÜBER UKRAINE

- Einige deutsche Politiker schlugen in einem Interview mit der "KP" vor, ein internationales Tribunal einzuberufen, um Kriegsverbrechen im Donbass zu untersuchen, wo der Ex-Präsident der Ukraine Petro Poroshenko Angeklagter Nr. 1 werden sollte.

 

- Ich persönlich glaube nicht an Sanktionen, Gegensanktionen und Tribunale. Natürlich müssen Kriegsverbrecher zur Rechenschaft gezogen werden. Aber zuerst muss man nicht in die Vergangenheit schauen, sondern in die Zukunft und versuchen,mit dem neuen Präsidenten dieses Landes, Vladimir Zelensky , etwas aufzubauen. Ein wirklicher Dialog über die Aussöhnung zwischen Russland und der Ukraine sollte beginnen . Was ist die größte Herausforderung für Zentraleuropa in den kommenden Monaten.

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Anfang Juni soll die Amtseinführung des neuen Präsidenten der Ukraine, Vladimir Zelensky, stattfinden. Und der jetzige, Petro Poroshenko (der bei den letzten Wahlen fast dreimal weniger Stimmen gesammelt hat als der Sieger), wird seinen Posten verlassen. Zumindest wenn nichts passiert ( Details )

 

QUELLE KP.RU

Gemeinsame Projekte geplant

Dr. Robby Schlund mit Aleksandra Samatova...
...und Rishabkh Seti (mitte).

Deshalb führten Dr. Robby Schlund und Armin-Paul Hampel viele Wirtschaftsgespräche, knüpften wichtige Kontakte, nahmen an diversen Debatten teil und führten, unter anderem mit dem Botschafter der dominikanischen Republik, Rishabkh Seti aus Indien (Organisator des Brics Forum), Aleksandra Samatova (Master in Sales Management) sowie jungen Professoren aus der Universität in Kabul. Im Gespräch mit Aleksandr Vyacheslavovich Bugaev, Mitglied der russischen Regierung und Leiter der Föderalen Agentur für Jugendangelegenheiten, betonte Dr. Schlund vor allem die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland, insbesondere in Fragen der Jugendarbeit sowie zukünftige Projekte. Auch die russischen Medien waren sehr an der Meinung der beiden AfD-Bundestagsabgeordneten interessiert.

Said Mujtaba Eshanzada ist Professor an der Universität in Kabul...
...und lud Dr. Schlund für Vorträge und politische Gespräche nach Kabul ein.

Ein sehr interessantes Gespräch führte Dr. Schlund auch mit Aleksandr Vyacheslavovich Bugaev (Russische Regierung, Leiter der Föderalen Agentur für Jugendangelegenheiten) über die Zukunft unserer Jugend und die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland. Mit ihm sprach Dr. Schlund vor allem über den Ausbau und die Weiterentwicklung der Jugendarbeit.

Dr. Schlund beim Gespräch mit Aleksandr Vyacheslavivich Bugaev (li.) und Roman Chukov in der Governors Lounge von der Roscongress Foundation.

Zum Rahmenprogramm des SPIEF 2019 gehört auch der Besuch des „Park oft he 300th Anniversary of St. Petersburg mit einer Größe von 91 Hektar. Der Park selbst ist ein großes und offenes Gebiet mit einem weitläufigen Strand, der vor rund 30 Jahren noch der Meeresgrund der Ostsee war. Es gibt viele Blumen, Linden und Apfelbäume, die von der Regierung der finnischen Hauptstadt Helsinki präsentiert wurden. NebenKinderspielplätzen, Skate-Park und Russlands größten Indoor-Wasserpark, findet man hier auch die bekannte Zenit-Fussballarena. Neben den vielen geführten wirtschaftspolitischen Gesprächen im Rahmen des SPIEF 2019, bot der Park willkommene Abwechslung und ließ einen zu Ruhe zurückkehren, um neue Energie zu sammeln.

Die Russlandpolitik der AfD ist richtig und wichtig.

Zusammenfassen lässt sich nach Abschluss des St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF) feststellen, dass die Geschicke der Zukunft im eurasischen Raum insbesondere in der eurasischen Wirtschaftsunion liegen werden, wobei China, Russland und Armenien eine wichtige Rolle spielen werden. Die Haltung der beiden Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping in ihren Reden war eindeutig, denn keine der beiden Parteien wolle Änderungen “an der bereits etablierten Weltordnung” vornehmen, und beide forderten konzertierte globale Anstrengungen zu unternehmen, “um globale Mechanismen und Institutionen zu schützen und zu stärken”. Eine konsequente Russland – Deutschland – Politik unter Absetzung der Sanktionen ist dabei ein wichtiger Schritt.