Der wichtige Weg der kleinen Schritte​ – Erste Reise der deutsch-russischen Parlamentariergruppe nach Russland

Der dritte Tag in Russland begann für die Delegation der deutsch-russischen Parlamentariergruppe mit einer Besichtigung des Kremls. Der Moskauer Kreml ist der älteste Teil der russischen Hauptstadt Moskau und deren historischer Mittelpunkt in einer ummauerten Anlage, die einst Moskaus alte Zitadelle war.

Die Delegation erhielt eine Einführung in den Kreml und erfuhr, wie seine Mauern und Türme im 15. Jahrhundert erbaut wurden. Im 18. und 19. Jahrhundert umgaben die Mauern Paläste, Kirchen und Arsenale, die heute als Museen und Sitz der russischen Regierung dienen.

Im Rahmen der Kreml-Besichtigung erhielten die Parlamentarier auch einen Einblick in die Rüstungskammer des Kremls. Sie ist eines der bekanntesten Museen für angewandte Kunst in Russland. Das Gebäude, in dem sich heute die Exposition befindet, stammt aus dem Jahr 1851. Auf zwei Stockwerken sind unter anderem historische Waffen, Juweliererzeugnisse, Monarchen-Insignien und Unikate des Gold- und Silberschmiedehandwerks aus dem Zeitraum vom 13. bis zum 19. Jahrhundert ausgestellt.

Foto: Ekaterina Bykova / Shutterstock.com

Anschließend gab es ein Rundgang durch das Gebäude der Staatsduma. Ursprünglich war die Duma eine Ständeversammlung der weltlichen Landesherren, die ein Gegengewicht zum Klerus bildeten.

Heute ist die Staatsduma eine von zwei Kammern des russischen Parlaments der Föderationsversammlung. Ihre Zuständigkeit umfasst die Verabschiedung von föderalen Verfassungs- und Föderalgesetzen, die Kontrolle über die Aktivitäten der Regierung der Russischen Föderation, die Ernennung und Abberufung der Leiter der Zentralbank und der Rechnungskammer, der Menschenrechtsbeauftragten, die Bekanntgabe einer Amnestie sowie Fragen der internationalen parlamentarischen Zusammenarbeit.

Der Plenarsaal der russischen Staatduma verfügt über 450 Sitze für die Angeordneten, welche alle 5 Jahre neu gewählt werden.

Nach dem Rundgang traf sich die Delegation mit dem Leiter des Wirtschaftsausschusses des russischen Unterhauses, Sergej Schigarew. Hierbei wurde über wirtschaftspolitische Aspekte gesprochen und sowie über die EU-Sanktionen gegen Russland. Auch das anschließende Gespräch mit dem Leiter der Staatduma, Herrn A. D. Shukov, war von Bedeutung. Der Dialog mit Russland ist wichtig und richtig, denn nur durch Gespräche können Verständnis gefördert und Probleme gelöst werden. So wurden auch beim gemeinsamen Mittagessen angeregte Gespräche mit den Parlamentariern der russischen Staatsduma geführt.

Danach traf sich die deutsche Delegation zum Gespräch mit Leonid Eduardowitsch Slutsky, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Internationale Angelegenheiten. Auch hier wurde intensiv über die deutsch-russischen Beziehungen und über die laufenden Sanktionsmaßnahmen diskutiert.

Außenministerium in Moskau

Im Anschluss fuhren Dr. Schlund und die Delegationsmitglieder zu einem Treffen mit Wladimir Titow ins russische Außenministerium. Herr Titow ist stellvertretender Außenminister der Russischen Föderation und zuständig für die Beziehungen mit europäischen Ländern. Angesichts der momentan angespannten Beziehungen durch die EU-Sanktionen war dies ein wichtiges Gespräch.

Zum Abschluss des Tages wurde die Delegationsgruppe in die Residenz des Botschafters zum Abendessen eingeladen. Mit dabei waren ausgewählte Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Klarstellung zu medialer Irreführung

Am Donnerstag, dem 4. Tag des Besuches der deutschen Parlamentariergruppe in Russland, hatten die Abgeordneten die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeit der Dispatcherverwaltung von Gazprom zu bekommen. Die Delegation wurde von Senator Valery Ponomarev, Direktor des Moskauer Standortes, empfangen.

Nach einer Mittagspause traf sich die Delegation anschließend mit der Parlamentariergruppe des Föderationsrates, um gemeinsam über die Beziehungen zum Deutschen Bundestag und deren Verbesserung zu sprechen. Ein wichtiges Thema war hierbei das Gas-Pipeline-Projekt “Nordstream 2”.

US-Präsident Donald Trump sagte, dass er plane, Sanktionen gegen den “Nordstream 2” zu verhängen. Dr. Schlund gab zu bedenken; “Washington sollte Berlin beim Bau des “Nordstream  2″ nicht erpressen, weil dies dem Dialog zwischen souveränen Staaten zuwiderläuft.”

Zuvor sagte der stellvertretende Sekretär des Sicherheitsrats der Russischen Föderation, Alexander Venediktov, dass „Nordstream  2″ den internationalen Standards in vollem Umfang entspricht. Er betonte, dass es keine rechtlichen Gründe gäbe, das Projekt auszusetzen oder abzubrechen.

Die Inbetriebnahme von “Nordstream 2” würde den Europäern jährlich 8 Milliarden Euro weniger kosten.

Danach fand ein in den deutschen Medien viel diskutierter Programmpunkt statt. Die Pressekonferenz bei der „Internationalen Nachrichtenagentur Rossija Sewodnja“.

Die Bild-Zeitung hat zuvor den Besuch der deutsch-russischen Parlamentariergruppe in Moskau kritisiert. In einem am 17. Juni veröffentlichten Artikel nannte die BILD diese Reise „skandalös”. Es ist erstaunlich, wie großzügig „Bild“-Chefreporter Peter Tiede wichtige Informationen auslässt, um seiner Story seinen eigenen Dreh zu verleihen.

Eine Parlamentarierreise ist ein Weg der kleinen Schritte

Bild: RT DEUTSCH

Dr. Robby Schlund: „Wir als Abgeordnete sollen nie vergessen, dass wir von Menschen gewählt werden. Und die einfachen Menschen wünschen sich gute Beziehungen zu Russland. Diese Wünsche sollen wir erfüllen und deswegen sollte sich ein Abgeordneter nicht von einer Boulevardzeitung erpressen lassen, vor allem mit Behauptungen, die der Wahrheit nicht entsprechen.“

Die BILD-Zeitung führte ihre Leserschaft durch das Weglassen von Fakten in die Irre und einige andere Medien übernahmen diese Geschichte ohne Faktencheck.

PRESSESCHAU

Dr. Robby Schlund stellte fest: „Wir sollten wieder zu einem vernünftigen Gespräch zurückkommen, statt die gegenseitiger Beschuldigung. Nur ein Dialog führt dazu, dass Probleme gelöst werden können“.

Zum Abschluss traf sich die Delegation zu Gesprächen mit politischen Stiftungen und Vertretern der Zivilgesellschaft, ehe es am Freitag mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland ging.