Lernen von den Nachbarn – Delegationsreise nach Norwegen #Tag3

Am letzen Tag der Delegationsreise besuchten wir die Zweigstelle des Center für Würde im Alter in Oslo.

Das Center für Würde im Alter ist ein nationales Kompetenzzentrum, das schwache, pflegebedürfige ältere Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet und betreut. Es bietet Sekundarausbildung, Kompetenzaufbau und Konferenzen über die Gesundheit, die Würde und das ehrenamtliche Engagement für die Seniorenbetreuung.

Die Zielgruppen sind das Pflegepersonal in der Seniorenbetreuung, ältere Menschen, Freiwillige und Betreuer sowie der Ausbildungsbereich und die Entscheidungsträger des öffentlichen und privaten Sektors.

Die Zentrale des Würdezentrums befindet sich im Pflegeheim des Rotens Kreuzes in Bergen und hat eine Zweigstelle in Oslo. Das Zentrum wurde 2008 gegründet und hat 16 Angestellte. Finanziert wird es direkt durch den Jahreshaushalt der norwegischen Regierung. Das Zentrum wird darüber hinaus vom „Fagforbundet“– der norwegischen Gewerkschaft der Angestellten von Gebietskörperschaften – finanziell unterstützt.

Der Kurs über die Sterbebegleitung und die Würde im hohen Alter fokussiert sich insbesondere auf Demenz und Palliativmedizin. Dr. med. Stein Husebø, ein Kenner des deutschen und norwegischen Gesundheitssystems, veröffentlichte hierzu ein Buch mit dem Titel “Die letzten Tage und Stunden – Palliative Care für Sterbende und Schwerkranke”. Er erklärt, dass die demographische Zielgruppe die der mit Senioren arbeitenden Gesundheitsdienstleister ist. Bereits 400 Interessierten aus ganz Norwegen haben bereits an diesen Kurs teilgenommen.

Dr. Husebø betonte das Bestreben der Stärkung der Kompetenzen für Pflegekräfte zu semiärztlichen Behandlungen von pflegebedürftigen Menschen in Seniorenheimen. Statt einer “ärztlichen Wiederbelebungskultur”, in der ein friedliches Sterben nicht möglich ist, befürwortet er die Finanzierung und Förderung einer “Abschiedskultur”. Krankenhausaufenthalte sind für alle Menschen schlecht und der Tod solle im Kreise der Familie erfolgen und als Teil des Lebenszyklus wahrgenommen werden. 

Die Hausapotheke in Pflegeeinrichtungen sollte auch mit Palliativmedikamenten bestückt sein, was eine entsprechende Kompetenz der Pflegekräfte bedingt.  Dr. Husebø führt aus,, dass, wie in der DDR, in Norwegen ein Standard von 150 verschiedene Medikamente vollkommen genügt. In Deutschland hingegen gibt es 40.000 verschiedene Medikamente.

 

Beate Magerholm gab einen Überblick über das System der Koordinierung des Ehrenamtes in der Fürsorge. So gibt es einen Gesamtkoordinator, eine Schlüsselperson die zwischen anderen Ehrenamtlern und Berufspflegern sowie Kankenschwestern vermittelt und Ansprechpartner für Patienten ist.

Das Verständnis und die Bereitschaft zum Eintritt in das Ehrenamt wird in Norwegen schon früh in Kindergärten, Schulen, Sport-, Musik- und Kunstvereinen gefördert. So können sich alle Ehrenamtler kennenlernen und Erfahrungen und Probleme austauschen, was der Motivation fördert.

 

Lernen von den Nachbarn – Delegationsreise nach Norwegen #Tag 2

Am zweiten Tag unserer Delegationsreise besuchten wir den Krankenpflegeverband und erfuhren im Gespräch mit der Verbandsvorsitzende Eli Gunhild By Inhalte zur norwegischen Pflegeausbildung sowie Krankenhausfinanzierung.

Der norwegische Krankenpflegeverband ist Norwegens viertgrößte Arbeitnehnerorganisation und die einzige bundesweite Gewerkschaftsorganisation für zugelassene Krankenschwestern , Spezialkrankenschwestern, Hebammen , Krankenschwestern und Krankenpflegestudenten. Die Organisation wurde am 24. September 1912 von Bergljot Larsson gegründet und hat heute rund 115.000 Mitglieder.

So berichtet der Verband über den Besuch aus Deutschland

Der Verband setzt sich für die Interessen und Rechte der Mitglieder ein, unter anderem in Bezug auf Löhne, Arbeitszeiten, Beschäftigung und Renten. Darüber hinaus sollen Pflegeberufe, die pflegerische Ausbildung und die Pflegefunktion weiter verbessert und optimiert werden. Der Pflegeberuf an sich ist in allen skandinavischen Ländern ein akademischer Beruf und es wird, anders als in Deutschland, nicht zwischen Alten- und Krankenpfleger unterschieden.

Jarle Grumstad (li.) und Eli Gunhild By (re.)

Jarle Grumstad erklärte, wie die Ausbildung der Krankenpfleger organisiert ist und wie sich die Arbeitsaufgaben gestalten.

In Norwegen haben Krankenschwestern deutlich mehr Kompetenzen als in Deutschland. So übernehmen sie in Norwegen auch Aufgaben, welche bei uns nur von einem Arzt durchgeführt werden dürfen. Auch der Personalschlüssel ist deutlich besser verteilt, denn in Norwegen stehen 17,5 Krankenpfleger 1000 Patienten gegenüber, zum Vergleich: in Deutschland sind es 12,9 Pfleger. Auch im Bereich der Ausbildung zur Krankenschwester gibt es Unterschiede, denn in Norwegen sind ein Bachelor-Studiengang sowie weitreichende Fort- und Weiterbildungen vereinheitlicht.

Jan Vegard Pettersen
Anita A. Asbjørnsen

Kirsten Brubakk ergänzte, dass der demographische Wandel auch für das norwegische Gesundheitssystem ein Problem darstellt. So ist die Hälfte aller Krankenpfleger bereits älter als 50 Jahre und rund 12.000 Stellen in der Pflege sind unbesetzt. Hierbei muss man allerdings beachten, dass der Personalschlüssel in Norwegen gut 4 mal so hoch ist, wie vergleichsweise in Deutschland. So kommen in Norwegen auf jedes Patientenbett 2,21 Vollzeitpflegekräfte, während es in Deutschland nur 0,56 sind.

Meist bevorzugen die Patienten und Angehörigen eine ambulante Pflege, welche 20-30 Euro pro Monat kostet, während hingegen eine stationäre Pflege anteilig nach dem jeweiligen Einkommen berechnet wird.

Kirsten Bubakk

Der nächste Ausflug an diesem Tag führte uns zum Ullevål-Universitätsklinikum (Ullevål universitetssykehus, UUS) in Oslo. Mit mehr als 8.400 Angestellten ist es nicht nur das größte Krankenhaus in Norwegen, sondern auch eines der größten in Nordeuropa. Circa 940 Ärzte und 2.400 Krankenschwestern betreuen jährlich ungefähr 45.000 Patienten stationär sowie über 400.000 ambulant. Im Rahmen eines Vortrages zum Gesundheitssystem in Norwegen, erläuterte uns Herr Matthias Baaske das sogenannte “Beveridge”-Modell, ein steuerfinanziertes Gesundheitssystem, das nach dem Fürsorgemodell die gesamte Bevölkerung in die Absicherung einschließt.

Die Vorteile daraus liegen klar auf der Hand: gesichertes Einkommen der Leistungsträger, kein Lobbyismus und Finanzierung durch Steuern. Aber dem gegenüber steht natürlich die staatliche Regulierung der Leistungen, wobei der Patient als aktiver Partner angesehen wird und im Mittelpunkt der Gesundheitssystems stehen soll.

Matthias Baaske

Nach der Krankenhausreform 2002 wurden die Kliniken in staatliche Trägerschaft überführt, sind jedoch als Unternehmen organisiert und unterliegen nicht länger der staatlichen Verwaltung. Die übergeordneten gesundheitspolitischen Ziele und Rahmenbedingungen werden vom Staat festgelegt, der wiederrum auch den überwiegenden Teil der Krankenhauskosten trägt. In Norwegen machen reine DRGs 40 Prozent der Gesamtfinanzierung aus, während 60 Prozent als festes Budget an die Krankenhäuser fließen.

Der Anteil der Pflegekosten ist in hoher Wichtung in den DRGs verschlüsselt, so dass der Personalschlüssel der Pflege angehoben werden konnte. Die Anzahl der Vollzeitpflegekräfte pro Bett liegt in Norwegen bei 2,21, zum Vergleich in Deutschland bei 0,56. Dem gegenüber stehen 3,6 Betten pro 1000 Patienten in Norwegen, in Deutschland sind es 8,06 Betten. Die Wartezeiten auf eine stationäre Behandlung sind in Norwegen allerdings sehr lang. Aber das Gesundheitssystem steuert diesem Problem erfolgreich mit einer finanziellen Unterstützung für ambulante Pflege entgegen, denn in Norwegen wird eine pflegende Vollzeitkraft durch die Gemeinde bezahlt. In Norwegen erhalten ca. 15 Prozent der Menschen ab 65 Jahren permanente häusliche Unterstützung, bei den über 80-Jährigen sind es mehr als 50 Prozent.
Zusammenfassend können wir feststellen, dass sich das norwegische Gesundheitssystem durch ein gut funktionierendes System von hausarztzentrierter Versorgung und Akut-Ambulanzen sowie durch optimale Arbeitsbedingungen im medizinischen Bereich, welche es erlauben eine sehr gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erreichen, auszeichnet.

Offizieller Arbeitsbesuch in Neu-Delhi – #Tag5

Tag 5 meines Indien-Arbeitsbesuches führte mich nach Rishikesh am heiligen Fluss Ganges, eine bekannte Pilgerstadt am Fuße des Himalaya und Ausgangspunkt zu den heiligen Orten im Garhwal-Gebirge sowie Welthauptstadt des Yoga. Prinz Charles, Madonna und auch die Beatles haben die indische Stadt schon besucht.

Ich traf mich mit Mitgliedern der Lokalverwaltung von Uttarakhand und Kommunalverwaltung von Rishikesh sowie Mitarbeitern der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH zu einem Gespräch über das Wasser- und Abwassersystems der Region.

Wir besuchten ein Armenviertel der Stadt, in welchem mir das Projekt zum Anschluss an die Kanalisation erläutert und gezeigt wurde. Das Ziel ist es, die Slums an das Abwassersystem anzuschließen und somit die Gewässer, vor allem den Fluss Ganges sauber zu halten. Im Rahmen eines landesweiten Reinigungsprojektes, dem „Namami Gange“-Projekt der Modi-Regierung, soll der Fluss zu seinem alten Glanz zurückgeführt werden. Ca. 600 Millionen Menschen entlang des Ganges haben keine Abwasseranbindung. Durch das Projekt wird diese Anbindung nun staatlich unterstützt, allerdings müssen die Inder einen ganzen Monatslohn selbst dazu beisteuern, und dieses Geld haben viele nicht. Deshalb wünscht sich die indische Regierung Unterstützung durch andere Länder, denn die Verunreinigungen sind zu 20% durch die ansässigen Leder- und Pharmaindustrien verursacht. Ungefiltert werden hier täglich hochtoxische und gefährliche Abwässer in den Ganges gespült. Bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Hannover Messe 2015, hatte Indiens Premierminister Narendra Modi um Hilfe gebeten. Deutschland ist mit 120 Millionen Euro über die Entwicklungsbank KfW und der technischen Expertise der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) bei Indiens Reinigungsmission dabei. Aber auch die Erfahrungen der deutschen Flussreinigungen sollten mit Indien ausgetauscht werden.

Unser weiterer Rundgang verschlug uns zu einer riesigen Müllhalde in Mitten der Stadt. Hier hat die Regionalverwaltung mit dem Projekt der Renaturierung begonnen, sodass an dieser Stelle, in spätestens 5 Jahren, ein Naherholungspark entstehen soll.

Beim anschließenden Besuch eines Mülltrennungshofes wurde mir gezeigt, wie in Indien Recycling und Mülltrennung per Handarbeit funktionieren.

Ebenso besuchten wir eine Kläranlage, wo mir zum Abschluss das von Fäkalien gereinigte Wasser des Ganges zur Kostprobe (Trinkwasser) angeboten wurde, worauf ich allerdings verzichtete.

Nächstes Highlight des Tages war der Besuch einer Heilpflanzenplantage für Ayurveda im Himalaya-Staat Uttarakhand, auch „Kräuterstaat“ genannt. Dieses Gebiet ist mit tausenden Arten von Heilpflanzen gesegnet, von denen bisher 320 Arten in Bezug auf ihren medizinischen Wert untersucht wurden. Mehr als 250 Arten von Heil- und Aromapflanzen werden kommerziell gefördert und gehandelt.

Bad im heiligen Fluss

In Indien werden die Zeitzonen der gesamten Welt verschiedenen Pflanzen zugeordnet. Der Banyanbaum ist unter anderem Deutschland zugeordnet. Da dieser Baum, auch Bengalische Feige genannt, heilig ist, werden wir bei unserem Besuch besonders freundlich aufgenommen.

Eine seltene Pflanze, die hier wächst, ist der Amlabaum, auch indische Stachelbeere genannt. Dessen Anzucht ist äußerst schwer, weswegen er auch sehr teuer ist. Diese Pflanzenart ist sehr alt und lässt sich praktisch nicht in unseren Breiten halten. Die wohl einzige Pflanze, die es in Osteuropa gibt, habe ich in Sergijew Possad gesehen, in der Galerie der Mönche. Sie braucht Aufmerksamkeit und reagiert empfindlich auf menschlichen Stress. In Indien ist es üblich, die Stachelbeeren zum Essen in Salzwasser mit Kurkuma einzuweichen, um den sauren Früchten auf diese Weise einen angenehmen Geschmack zu verleihen. Außerdem wird die Amla-Frucht auch zum Glätten der Haare benutzt. Die Indische Stachelbeere ist sehr gut erforscht und ihr werden antivirale und antimikrobielle Eigenschaften nachgesagt.

Allerdings konnte der Staat die Heilpflanzenarten nicht optimal nutzen, sodass die Regierung von Uttarakhand 2004 in Muni Ki Reti Kräutergärten als staatliches Projekt „Dr. Sushila“, zur Förderung der Pflanzen und Entwicklung und Konservierung, angelegt hatte.

Beim Rundgang durch den Garten, kamen wir auch an einem rund angelegten Beet vorbei, in dem die sieben Hauptpflanzen der Körpergewebe (Dhatus) der ayurvedischen Medizin angepflanzt sind. Darunter war auch eine Pflanze, die Desmostachya bipinnata, die meine Geburtspflanze ist. Von der Bedeutung her ist diese mit meinem Sternzeichen vergleichbar.

Durch die Ausbeutung der Wälder und damit Zerstörung des natürlichen Lebensraumes sowie fehlenden Planung kam es zu einem schnellen Rückgang der wertvollen Pflanzen. Daher sind der Erhalt, die nachhaltige Bewirtschaftung, die Entwicklung und der Anbau der Heil- und Aromapflanzen die Schlüssellösung des „Kräuterstaates“, um den biotischen Druck auf den Wald zu verringern und gleichzeitig das wirtschaftliche Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften zu steigern. Im Angesicht der Bedrohung für eine Reihe von Heilpflanzen hat die Regierung von Uttarakhand Maßnahmen ins Leben gerufen, die die Sammlung von Heilpflanzen in freier Wildbahn reguliert, um die Artenvielfalt zu schützen. Außerdem soll der Anbau der Heil- und Aromapflanzen gefördert werden, als Schlüssel zur Deckung des Rohstoffbedarfs der AYUSH-Industrie und Exportwachstum. Die Region Uttarakhand kämpft somit für den Erhalt der ökologischen und biologischen Ökosysteme der Region mit Förderung und Vermehrung der Heil- und Aromapflanzen, die Errichtung eines Kompetenzzentrums für die Pflanzen der subtropischen Himalaya-Region als Zentrum für Bildung und Forschung und sowie die Entwicklung eines „Kräuter-Arogya Van“, ein Kräutergarten für Pilger und Besucher. Außerdem stehen die Sicherung der Zukunft der RET-Spezies durch ihre Ex-Situ Erhaltung sowie Kräuterqualität, Qualitätskontrolle und Vermarktung im Vordergrund.

Das heutige Kräutergartengebiet hat eine Größe von über 6 Hektar und wird künftig auf 10 Hektar erweitert werden. Das restliche angrenzende Waldgebiet beträgt 15 Hektar und wird für die Erhaltung der seltenen, gefährdeten und bedrohten Arten, welche von medizinischer Bedeutung sind, genutzt und zum “Nature Learning Center” entwickelt.

Den Botanischen Schaugarten ist von einem Fußreflexzonen-Trainingspfad mit einer Länge von ca. 166,5 Metern umgeben, welcher aus drei Trainings-Phasen besteht. Im ersten Monat geht man jeden Tag eine Runde auf dem weißen Abschnitt, im zweiten auf dem blauen und im dritten Monat auf dem roten Abschnitt. Diese habe ich auch gleich ausprobiert und musste feststellen, dass das Gehen darauf schwieriger ist, als es aussieht. Nach drei Metern war für mich Schluss. Wer dieses Training konsequent durchhält und alle Abschnitte gegangen ist, ist frei jeglicher Beschwerden.

Als letzter Programmpunkt für diesen Tag besuchten wir eine nichtstaatliche Schule, Internat und Krankenhaus für ca. 300 Leprakranke Kinder. Das Land Indien ist schon immer das Land mit den meisten Lepra-Erkrankten weltweit, so reden wir von ca. 3.000 Kindern die davon betroffen sind. In den besuchten Einrichtungen erhalten die Kinder und Jugendlichen eine Basisausbildung und helfen anderen Lepra-Kranken bei der Versorgung und Bewältigung alltäglicher Dinge. Dank vieler privater Organisationen und Hilfsverbänden gibt es in Indien eine umfassende Lepra-Versorgung.

Herzlichst,
Ihr Dr. Robby Schlund

Von Dehli nach Rishikesh - Impressionen aus Indien

Offizieller Arbeitsbesuch in Neu-Delhi – #Tag3

Der dritte Tag meines offiziellen Arbeitsbesuches in Neu Dehli führte mich zu einem Termin in die deutsch-indische Handelskammer. Hier empfing mich die Leiterin der Wirtschaftsabteilung der Deutschen Botschaft, Dr. Renate Schimkoreit und Büroleiterin Sonia Prashar zu einem Gespräch. Mit rund 6.500 Mitgliedern und Hauptsitz in Mumbai, ist sie die größte der deutschen Auslandshandelskammern und zeichnet sich durch erstklassige Betreuung von deutschen und indischen Delegationen sowie vorbildlicher Netzwerkverbindungen, sowohl auf politischer, als auch auf wirtschaftlicher Ebene, aus. Durch hervorragende indische Marketing-Strategien hat sich die wirtschaftliche Beziehung zu Deutschland mehr als verbessert, sodass deutsche Firmen den Mut hatten und haben, in die indische Wirtschaft einzusteigen. Indien selber, möchte mit  guter Schulbildung sowie zahlreichen Weiterbildungen und nebenberuflichen Fortbildungen, die Bildungsmisere, insbesondere der armen Schichten, wesentlich verbessern. Einer Zusammenarbeit mit Deutschland steht Indien sehr offen und zuversichtlich gegenüber, vor allem unsere Thüringer Region ist sehr gefragt.

Am Mittag empfing mich Rajesch Kotecha, Staatssekretär für Ayurveda- und Naturheilkundemedizin vom AYUSH-Ministerium. Das AYUSH-Ministerium wurde am 9. November 2014 gegründet, um die optimale Entwicklung und Verbreitung der AYUSH-Systeme für die Gesundheitsfürsorge sicherzustellen. Früher war es als Abteilung für indisches System für Medizin und Homöopathie (ISM & H) bekannt, die im März 1995 gegründet wurde und im November 2003 in Ayurveda, Yoga und Naturheilkunde, Unani, Siddha und Homöopathie (AYUSH) umbenannt wurde.

Dhanvantari gilt in der hinduistischen Mythologie als Arzt der Götter und Ursprung aller Heilkunst.

Die Ziele von AYUSH sind die Verbesserung der Bildungsstandards der indischen Systeme für Arzneimittel und Homöopathie im Land, die Stärkung bestehender Forschungseinrichtungen und die Sicherstellung eines zeitgebundenen Forschungsprogramms zu ermittelten Krankheiten, bei denen diese Systeme zur wirksamen Behandlung beitragen.
Darüber hinaus erstellt AYUSH Programme zur Förderung, zum Anbau und zur Regeneration von in diesen Systemen verwendeten Heilpflanzen und fördert die Entwicklung pharmakologischer Standards für indische Systeme der Medizin und Homöopathie.

Besonders zu nennen sind hier die Spezialisten der Marmatherapie, eine spezielle Form der manuellen Therapie und Osteopathie. In speziellen Wellness-Camps sollen Weiterbildungsprogramme für Ärzte aus aller Welt entstehen. Therapien können selbst ausprobiert und gelernt werden. Ergänzt wird das Ganze mit Marketingstrategien, die den Wohlfühlcharakter für die Patienten in den Praxen steigern.

Am frühen Nachmittag traf ich weitere Ayurvedaärzte und Vertreter des AYUSH-Ministeriums in der deutschen Botschaft. Bei diesem Besuch wurde mir eine besondere persönliche Ehre zu Teil. Dr. Triguna zeichnete mich für meinen jahrelangen Einsatz für die Ayurvedamedizin mit dem NirogStreet-Preis aus.
NirogStreet ist Indiens größte Datenbank von kuratierten und zertifizierten Ayurveda-Praktizierenden und stellt auch für Ärzte eine Plattform dar, welche ausschließlich für Ayurveda-Praktiker ist, um mit Patienten in Kontakt zu treten und ihre digitale Reputation aufzubauen.

Mein letzter Termin für diesen Tag war ein Besuch bei der Kinderhilfsorganisation Plan International.
Plan International ist ein internationales Kinderhilfswerk und in über 70 Ländern, unabhängig von Religion und Politik, tätig. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit finanziert Plan International nachhaltige und kinderorientierte Selbsthilfeprojekte hauptsächlich über Patenschaften. An der Planung und Realisierung der Projekte sind die Gemeinden unmittelbar beteiligt. Die Organisation ist vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen als private und unabhängige Organisation anerkannt und ist im Beratungsausschuss von Nichtregierungsorganisationen für UNICEF.

Die Arbeit der Organisation basiert auf der Unterstützung und Entwicklung ganzer Gemeinden.

Ein Besuch im “Digital Learning Centre” von Plan in Dwarka verschaffte mir neue Einblicke in das indische Schulwesen. Hier soll jungen Mädchen, die aus ärmlichen Verhältnissen stammen, die Möglichkeit gegeben werden, eine Basisausbildung zu erlangen. Ziel ist es, zu lernen, um die Zukunft besser zu gestalten, frei nach dem Motto: Das Wissen ist die Macht der Zukunft. Im Rahmen einer Videokonferenz konnte ich mit 35 Klassen gleichzeitig kommunizieren. Die Klassengrößen schwanken zwischen 15-45 Schülern, die auf den Fußboden im Schneidersitz dem Unterricht folgen. Alle 35 Klassen begrüßten mich gleichzeitig mit einem großen “Hallo” und freuten sich sehr, einen deutschen Abgeordneten kennen zulernen. 

Ich sprach den jungen Frauen Mut zu und sagte ihnen, dass sie für ihre Unabhängigkeit und Freiheit viel lernen müssen. Dann werden Sie die zukünftigen Gestalter unserer Welt sein. Denn nur eins führt zum Ziel: Lernen!

 

Lesen Sie morgen von meinem Besuch in einer Eliteschule, wie mich ein Mädchen interviewte, dass einen gesamtindischen Wettbewerb in Wissenschaft gewann und wie ich eine Yoga-Einheit mit indischen Schülerinnen leitete.

Ihr,
Dr. Robby Schlund

China entdeckt ostthüringer Region GERA-Greiz-Altenburg – Grundstein für Zusammenarbeit gelegt

Vielleicht hat bisher kaum ein Chinese etwas von Gera gehört. Das ändert sich nun.

Gestern besuchte eine chinesische Delegation der Agentur China International Investment Promotion (CIIPAG) Gera, um mögliche Ansiedlungen chinesischer Investoren auszuloten.

Dr. Robby Schlund, Stellvertretender Vorsitzender der deutsch-chinesischen Parlamentariergruppe, hatte mit einem ersten Erfahrungsaustausch den Weg für diesen Kontakt geebnet. Schließlich soll auch Ostthüringen profitieren, wenn China verstärkt in Deutschland investieren will.

Neben dem Treffen mit Geras Oberbürgermeister, gab es einen Erfahrungsaustausch mit der IHK zu Ostthüringen, der LEG Thüringen und der Askion GmbH, sowie ein Besuch bei der AGA Zerspanungstechnik Gera und des gerade entstehenden Gewerbegebietes Cretzschwitz.

Der Direktor der Investment Promotion Agentur CIIPAG, Xu Yaojun, zeigte sich beeindruckt vom schönen Stadtbild und der reichen Geschichte Geras und betonte seinen Optimusmus für eine gute wirtschaftliche Zusammenarbeit. Xu Yaojun will mit seiner Agentur helfen, Kontakte zu chinesischen Partner-Unternehmen zu knüpfen, so dass nicht nur Thüringens Industrie, sondern auch Bereiche wie Kultur und Ausbildung profitieren würden. CIIPAG organisiert Konferenzen, um klein- und mittelständische Unternehmen in Deutschland und große in China zusammenzubringen.

Dabei müssen natürlich auch die Aspekte der wirtschaftlichen Konkurrenz im Blick behalten werden, um zwischen allen Partnern eine ausgewogenen Zusammenarbeit sicherzustellen.
Der Grundstein ist gelegt und Dr. Robby Schlund wird sich auch weiterhin für einen konstuktiven Austausch zwischen China und der ostthüringer Region Gera-Greiz-Altenburg einsetzen.

Für ein Europa der Vaterländer – ein Europa der Freiheit

2019 ist wieder ein Super-Wahljahr. Neben den anstehenden Kreis- und Landtagswahlen wird Ihre Stimme auch für ein freies Europa der Vaterländer benötigt. Handeln Sie am 26. Mai und wählen Sie die AfD. 

Unser Programm für Europa im Überblick

• Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum mit schlanker Verwaltung.

• Von der Idee der EU ist wenig übrig geblieben.

• 44.000 Beamte kosten jedes Jahr 8 Milliarden Euro.

• Jeder elfte davon verdient sogar mehr als die deutsche Bundeskanzlerin.
 
• Die AfD will Europa und EU wieder ins Gleichgewicht bringen.
 
• Wir brauchen ein Europa der Vaterländer – kein regulierungswütiges EU-Parlament oder gar einen Super-Staat mit eigener Armee.
 
• Nicht anonyme Bürokraten sollen entscheiden, sondern wir Bürger, die mit der Entscheidung leben müssen.
 
• Ansonsten muss das Experiment EU als gescheitert betrachtet werden.
 
• Eine Rückkehr zu nationalen Währungen, könnte die Hälfte aller EU-Probleme auf einen Schlag lösen.
 
• Darum: Schluss mit der Transferunion und keine deutsche Haftung für EU-Banken!
 
• Wir wollen den Mittelstand stärken und funktionierende Industrien erhalten.
 
• Strom und Mobilität müssen für alle bezahlbar sein!
 
• Deshalb fordern wir einen breiten Energiemix, fairen Wettbewerb und nachvollziehbare Grenzwerte.
 
• In der Asylpolitik sind wir für Realismus, statt wirklichkeitsfremde Ideologien.
 
• Keine Masseneinwanderung, keine Aufnahme-Quoten, sondern konsequente Rückführung und Hilfe vor Ort!
 
• Jedes Land soll seine Grenzen kontrollieren dürfen und selbst entscheiden wen, es rein lässt – auch innerhalb der EU.
 
• Sozialhilfe- und Kindergeldbetrug zeigen wir die rote Karte.
 
• Fachkräfte aus dem Ausland sind willkommen, dürfen aber nicht zu Lohndumping führen.
 
• Die Scharia lehnen wir als unvereinbar mit den europäischen Grundwerten ab.
 
• Die demografische Krise wird durch Zuwanderungen nicht gelöst, sondern verschärft.
 
• Die AfD will Familien und Geburten fördern.
 
• Wir wenden uns gegen die Diskriminierung traditioneller Geschlechterrollen und lehnen Gender-Mainstreaming als pseudowissenschaftlich ab.
 
• Quoten haben an Schulen und Unis genauso wenig verloren, wie Zensur, Uploadfilter und DSGVO im Internet.
 
Das war das AfD-Europawahlprogramm im Überblick.  Sie wollen noch mehr erfahren? Jetzt unser komplettes Programm für die Europawahl am  anschauen unter: www.afd.de/europawahl
 
Handeln Sie am 26. Mai 2019 und entscheiden Sie sich für eine bürgernahe Politik: Wählen Sie die AfD.
 
Herzlichst,
Ihr Dr. Robby Schlund

Besuch bei Rödl & Partner

Am gestrigen Montag  besuchte ich die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Rödl & Partner in Russland und machte mir im Gespräch mit Dr. Andreas Knaul, dem Leiter der Rechts- und Steuerberatung, sowie Generaldirektor Alexey Sapozhnikov, ein Bild von der vielfältigen Arbeit für die deutsche Wirtschaft, insbesondere die Mittelständische.

Rödl & Partner ist der Ansprechpartner bei Fragen zu Recht-, Buchhaltungs- und Geschäftsbelange für Konzerne und mittelständische Unternehmen in Russland.

Ihr,
Dr. Robby Schlund

Der Blick aus den Büros von Rödl & Partner in Moskau

Unterstützung aus Übersee – Internationales Parlaments Stipendium

Schon zum zweiten Mal bekommt das Team von Dr. Robby Schlund Unterstützung von einem IPS Praktikanten. IPS steht für Internationales Parlaments Stipendium. Aus einem ehemals kleinen Austauschprogramm für junge Akademiker aus den USA hat sich über drei Jahrzehnte hinweg ein einzigartiges Programm entwickelt, das junge, politisch interessierte Menschen aus 42 Ländern unser parlamentarisches Demokratieverständnis näherbringt und gleichzeitig dazu beiträgt, die parlamentarischen Beziehungen zu den Ländern zu stärken.
Im letzten Jahr hat uns für einen Zeitraum von 3 Monaten Anna aus Russland zur Seite gestanden. In diesem Jahr wurde uns nun Brandon Lewis zugeteilt. Er kommt aus Nebraska, USA. Unser Team konnte ihn schon bei einem ersten Empfang kennen lernen. Ein sehr junger, dynamischer Mann. Er war für die Republikaner im Trump Wahlkampf engagiert und freut sich auf sein Praktikum bei uns. Seine Vorfahren kommen aus Sachsen.

Praktikant Brandon Lewis mit Dr. Robby Schlund's Team.

Sein Praktikum wird zum überwiegenden Teil der 3 Monate in Berlin stattfinden. Aber jeder der Stipendiaten muss auch den jeweiligen Wahlkreis besuchen. Eine schöne Möglichkeit, Brandon unseren Wahlkreis und unsere dortige Arbeit vorzustellen.
Das ganze Team freut sich über seine Mitarbeit!

Fachkonferenz zur Rüstungskontrolle – Die Zukunft frühzeitig definieren!

Am 15. März nahm Dr. Robby Schlund in seiner Funktion als Obmann für den Unterausschuss “Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung” des Auswärtigen Ausschusses der AfD-Bundestagsfraktion an einer Fachkonferenz zur Rüstungskontrolle, die „2019. Capturing-Technologie. Rethinking Arms Control. “ im Auswärtigen Amt teil.

Das Ziel dieser Konferenz war es, einen breit gefächerten und internationalen Dialog über die Auswirkungen der aktuellen Technologietrends zu anzustoßen.

Die rasante technologische Entwicklung in den Bereichen künstliche Intelligenz, Biowissenschaften und digitale Technologie treibt zwar den globalen Fortschritt in Bereichen wie Landwirtschaft, Bildung, Gesundheit und Klima voran, jedoch wird gleichzeitig immer deutlicher, dass diese neuen Technologien ebenso für militärische Zwecke eingesetzt werden können. Die daraus resultierenden neuen Arten von Waffen und Instrumenten können eine Reihe kritischer Fragen in Bezug auf ihre Konformität mit dem Völkerrecht und ihre Auswirkungen auf den Frieden und die Stabilität in der Welt aufwerfen.

Die Türen für multipolare Formate offen halten.

Vor 90 Jahren, am 21. März 1929, hat der Reichstag der Weimarer Republik das Genfer Protokoll ratifiziert. Dieser völkerrechtliche Vertrag vom 17. Juni 1925 verbietet die Verwendung von erstickenden, giftigen oder ähnlichen Gasen sowie von bakteriologischen Mitteln im Kriege.

© Deutscher Bundestag

Dr. Schlund betont die Wichtigkeit der Förderung multipolare Formate, um frühzeitig zukunftsfähige Regelungen festzulegen und Kontrollmechanismen installieren zu können.

Zusammenfassend kann die Entstehung neuer Waffensysteme die aktuellen Rüstungskontrollvereinbarungen in Frage stellen. Dies sind die politischen Herausforderungen; bereits heute die Rüstungskontrolle der Zukunft zu definieren.

Impressionen:

Gemeinsam mit China an Lösungen arbeiten

Am Mittwoch, den 13. März 2019, nahm Dr. Robby Schlund an der Veranstaltung Deutsch-Chinesisches Training für internationale Diplomaten teil, die jährlich vom deutschen Auswärtigen Amt organisiert wird, um mehr Austauschmöglichkeit von deutschen und chinesischen Jungdiplomaten anzubieten.

Ein Gespräch zwischen der Delegationsgruppe von jungen Diplomaten aus China mit Bundestagsabgeordneten fand am Nachmittag statt. Als Stellvertreter der deutsch-chinesischen Parlamentariergruppe, stellte Dr. Schlund seine Erfahrungen, sowie die Zusammenarbeit mit China vor und betonte, dass eine freundliche und offene Haltung eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Austausch zwischen China und Deutschland ist. Dies bestätigte auch der Gruppenleiter, Botschaftsrat Herr CHEN Wenbing.

Laut chinesischer Seite beschränke sich die zukünftige Zusammenarbeit mit Deutschland nicht nur auf die Gebiete der künstlichen Intelligenz, Kultur, Wirtschaft, sondern man wolle zusammen mit Deutschland die gemeinsamen Herausforderungen und Problemen im Gesundheitswesen angehen und lösen, wie zum Beispiel, so Dr. Schlund, das Qualitätsmanagement der Arzneimittel und den bestehenden Pflegenotstand.