“Geht’s noch? Sie prellen einen Großteil der Leistungsträger unserer Gesellschaft, um ihre Rücklagen.”

Der Abschluss einer Krankenversicherung ist in Deutschland seit 2009 Pflicht. Das ist auch gut so. Dabei sind 11 % der Menschen in unserem Land Mitglied der Privaten Krankenversicherung, der sogenannten PKV. Das sind ca. 9 Millionen Versicherte. Nicht mitgerechnet, die vielen ausländischen Studenten und Wissenschaftler. 9 Millionen Versicherte! Das sind Angestellte, Selbständige und Freie Berufe, wie Künstler, Ärzte, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Hebamme, Physiotherapeuten, Heilpraktiker, Journalisten,  Dolmetscher, um nur einige zu nennen. Dazu kommen  Polizisten, Lehrer und Angestellte in Behörden.

9 Millionen Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, die neben ihrer Basistarifzahlung und Risikozuschlägen, außerdem eine Altersrückstellung bezahlen müssen. Diese muss durch einen zusätzlichen Sparbetrag von 10% sowie  Zinsrückstellung vom Versicherten geschultert werden. Ab 65 Jahren bleiben dadurch die Beiträge konstant, trotz logischerweise altersbedingtem erhöhtem Leistungsumfang. Bis 2009 konnten die Altersrückstellungen zu einer neuen Versicherung nicht mitgenommen werden. Das behinderte den Wettbewerb, zwischen den privaten Krankenversicherungen.

Ehrlich, was haben Sie sich bei diesem Antrag gedacht?

Seit 2009, allerdings, können Neukunden nun einen bestimmten Teil im Umfang des Basistarifs der Altersrückstellungen mitnehmen. Bei Altkunden gilt das im Allgemeinen nicht, die bis heute ein und derselben Versicherung angehören. Sie können die Altersrückstellungen nicht mitnehmen. Das ist eine soziale Ungerechtigkeit, die wir mit unserem Antrag, zugunsten der Versicherten beseitigen wollen.

Doch nun zu Ihrem Antrag liebe Kollegen von den Linken. Er  hat mich, und wahrscheinlich auch einen Großteil der Versicherten, wie Lehrer, Polizist und Freiberufler, absolut fassungslos gemacht. Ehrlich, was haben Sie sich bei diesem Antrag gedacht? Auch einigen Abgeordneten hier, dürfte es die Sprache verschlagen haben: Ich zitiere: „Alterungsrückstellungen sind in den Bilanzen der PKV aufzulösen“ und  „Ausgleichszahlungen an den Gesundheitsfond leisten“ Geht’s noch? Wir reden hier von einer Rücklage von knapp 250 Milliarden Euro! 

Sie prellen einen Großteil der Leistungsträger unserer Gesellschaft, um ihre Rücklagen. Das ist soziale Enteignung und Ungerechtigkeit. Wollen Sie unsere Lehrer, Polizisten, Ärzte und Künstler in die sichere Altersarmut, schicken? Schämen Sie sich! Karl- Marx würde sich im Grabe rumdrehen, wenn er ihren Antrag hören würde! Wozu dient denn die Altersrückstellung, liebe Kolleginnen und Kollegen?

Ich werde Ihnen die Frage beantworten: Zur Deckung späterer Kosten im Tarif. Und wer hat sie angespart? Ganz allein die Versicherten. Diesen stehen die Rückstellungen auch zu! Deshalb heißen sie nämlich so. Nicht einem ominösen Kollektiv, was auch immer Sie damit meinen!

Wir verlangen einen Gesetzentwurf durch die Bundesregierung, mit dem sichergestellt wird, dass alle Versicherten in der PKV, beim Anbieterwechsel, ihre Altersrückstellungen mitnehmen können. Außerdem fordern wir zeitgemäße Neustrukturierung von EBM und GOÄ.

Wenn Hacker das staatliche Gesundheitssystem steuern.

Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen haben oft nur schlecht gesicherte Netzwerke. Darum ist es für Hacker nicht besonders schwer, so einen Computerviren einzuschleusen.

Wie nun die BBC berichtet, sei es israelischen Forschern gelungen, einen Computervirus zu entwickeln, welcher medizinische Aufnahmen verfälscht. So ließen sich MRT- und CT-Bilder mit  einer Malware so manipulieren, dass sie angeblich echte Tumoren zeigen. Selbst Radiologen würden die Unterschiede nicht erkennen.

Und das soll noch nicht alles sein. Den Forschern zufolge kann die Malware nämlich auch in die andere Richtung arbeiten und Tumoren verschwinden lassen.

Das ist problematisch, da Patienten so möglicherweise nicht rechtzeitig behandelt werden. In den Labortests wurde die Malware bei Lungenbildern eingesetzt. Auch andere Bilder könnten manipuliert werden und so etwa Hirntumoren, Frakturen oder Wirbelsäulenverletzungen vorgetäuscht oder verborgen werden. In einem Labortest konnten so drei Radiologen davon überzeugt werden, dass die Patienten an Krebs leiden. Auch automatisierte Erkennungssysteme ließen sich von den manipulierten Bildern täuschen.

Video des Forschungs-Teams von der Ben-Gurion Universität

Mit ihrer Arbeit wolle die Forschergruppe zeigen, wie leicht medizinische Computerbilder manipuliert werden können, da diese Bilder in den meisten Fällen nicht digital signiert oder verschlüsselt sind. Manipulierte MRT- oder CT-Bilder seien daher kaum als Fälschung zu erkennen.

Sollte diese Schadsoftware zum ernsthaften Einsatz kommen, wäre es wenig verwunderlich, wenn die Anzahl der Krebserkrankungen weltweit steigen würde. Eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen wäre damit vorprogrammiert.

Masernfälle nehmen weltweit zu – Koalition prüft bundesweite Impfpflicht

Bereits im August 2018 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darüber informiert, dass in der Europäischen Region der WHO eine drastische Zunahme von Masernerkrankungen zu verzeichnen ist. Sieben Länder, darunter Frankreich, Georgien, Griechenland, Italien, russische Föderation, Serbien und Ukraine, gaben in 2018 mehr als 1000 Infektionsfälle bei Kindern und Erwachsenen an. In Deutschland waren im Jahr 2018 laut dem Robert-Koch-Institut 543 Masernfälle gemeldet worden, im Vorjahr allerdings 929 Fälle. Am stärksten betroffen war aber die Ukraine, mit 23.000 Fällen. Das entspricht mehr als der Hälfte der gemeldeten Masernerkrankungen und eine weitere Zunahme ist nicht auszuschließen.

Gründe für diese rasche Verbreitung der hochansteckenden Krankheit sind laut WHO zum einen die unzureichende Qualität der Krankheitsüberwachung und zum anderen der niedrige Impfschutz in einigen Ländern.

Die Impfung gegen diese Viruserkrankung erfolgt bereits im Kleinkindalter. Die erste Teilimpfung findet regulär zwischen dem 11. Und 14. Lebensmonat, die zweite Teilimpfung nach 4 Wochen statt. Erst dann ist der Impfschutz vollständig und eine Ansteckung ausgeschlossen. Impfreaktionen und Nebenwirkungen sind eher selten.

Um eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern, muss eine Impfquote von 95% der Bevölkerung erreicht sein. Anlässlich der Europäischen Impfwoche hat das RKI die neuen Impfquoten der Schulanfänger im Epidemiologischen Bulletin 16/2018 veröffentlicht. Im Jahr 2016 haben somit erstmals alle Bundesländer bei der ersten Masernimpfung die Impfquote von 95 Prozent erreicht. Bei der aber entscheidenden zweiten Masernimpfung liegt die bundesweite Impfquote nur bei 92,9 Prozent.

Um einen erneuten Ausbruch der Masernerkrankung zu verhindern, spricht sich die Mehrheit der Ärzte der Alternativen für Deutschland für eine Pflicht zur Einfachimpfung aus. Mehrfachimpfungen sollten hingegen freiwillig bleiben. Krankheiten oder sogar der Tod durch die nicht geimpfte Krankheit selber sind weitaus größer, als ein vielleicht einsetzender Impfschaden. Durch Einhaltung der Qualitätsrichtlinien und Betreiben eines Qualitätsmanagementsystems in Arztpraxen sollten Impfschäden sehr gering vorkommen, auch aufgrund der ausgezeichneten Qualität moderner Vakzine. Bei dennoch, extrem selten, auftretenden Impfschäden sind die Hersteller des Medikamentes entsprechend zur Schadensregulierung und Kostenübernahme verpflichtet. Die Politik muss verantwortungsbewusst mit der Gesundheit unserer Kinder umgehen und eine entsprechende Impfpflicht kostenfrei zur Verfügung stellen.

Amtsübergabe – Staatssekretär Walter Lindner wird Botschafter in Indien.

Am heutigen Freitag, den 22. März 2019, war Dr. Robby Schlund zu Gast bei der feierlichen Übergabe des Amtes des Staatssekretärs von Walter Lindner an seine Nachfolgerin Antje Leendertse.
Außenminister Heiko Maas eröffnete im Beisein vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Auswärtigen Amts, sowie weiteren geladene Gästen, die Veranstaltung.

Ein erstes Treffen von Walter Lindner in seiner neuen Funktion als Botschafter und Dr. Robby Schlund könnte schon bald zu Stande kommen, da Dr. Schlund noch für dieses Frühjahr eine Reise nach Indien plant, um sich ein genaueres Bild über das dortige Politik- und Gesundheitssystem zu machen und Hilfsorganisationen, welche sich für Frauen und Mädchen in Indien einsetzen, zu besuchen.

Kopfschmerzen garantiert – das Terminservice- und Versorgungsgesetz

„Ohne deutsche Ärzte wäre die medizinische Versorgung in der Schweiz mittlerweile gefährdet“, so äußerte sich die Neue Züricher Zeitung. Zurzeit arbeiten ca. 10.000 deutsche Ärzte im Ausland, dabei rund 80 % im deutschsprachigem. 1.965 Ärzte wanderten 2017 von Deutschland in die für Mediziner attraktive Schweiz aus. Stellen Sie sich das mal vor: 1.965 mehr Arztpraxen zur Versorgung des ländlichen Raums! Das TSVG bietet hier keine Lösungen, sondern ist ein unausgegorener Federweißer, der Ihnen, nach der Ernüchterung eher abenteuerliche Kopfschmerzen bereiten wird.

Das TSVG macht die Freiberuflichkeit des Arztberufes unattraktiv und schafft keine Anreize, sich als Arzt in Deutschland niederzulassen und schon gar nicht im ländlichen Raum. Im Gegenteil, durch diese staatlichen Vorgaben und Eingriffe in die Praxisorganisation, gebe ich Ihnen, werte Regierungskoalition, jetzt schon Brief und Siegel, dass

      1. Durch die Erhöhung der Mindestsprechstundenzeit keine Steigerung der Patientenzahlen erreicht wird;

      2. Es zu einer Verschiebung kommen wird, bei der „Akutpatienten“ bevorzugt werden und chronisch Kranke auf der Strecke bleiben;

      3. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Ärzte in andere Berufe wechselt oder eben ins Ausland abwandert;

…und es zu einer Kostenexplosion kommen wird.

Aber das noch viel Dramatischere dabei ist, dass hier eine staatliche Lösung, durch die Hintertür konzipiert werden soll. Glauben Sie ehrlich, dass Sie damit die Versorgung der Patienten verbessern können? Das Schlüsselproblem von Wartezeiten ist nicht der Arzt, wie im TSVG suggeriert werden soll, sondern es ist die Budgetierung.

Ende Dezember 2018 betrugen die Rücklagen der Krankenkassen 21 Milliarden Euro. Die sofortige Aussetzung der Budgetierung würde zwar ca. 2 Mill. Euro kosten, jedoch die Versorgung der Patienten schlagartig verbessern.

Deshalb fordern wir, die AfD, die sofortige, komplette Aussetzung der Budgetierung über einen Zeitraum von 5 Jahren, bei just-in-time Prüfung der tatsächlichen Kosten. Eine nur Teil-Entbudgetierung klingt zwar gut, würde aber gezielt Ungerechtigkeiten zwischen den Fachgruppen produzieren und das Ziel verfehlen. Ebenso vermissen wir das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten und den Erlaub der Zustellung, durch Boten der Solitärapotheken, gerade im ländlichen Raum.

Unsere Apotheken sind für die flächendeckende Versorgung von enormer Wichtigkeit. Gerade in Havarie- und Katastrophenfällen werden uns die ausländischen Versandapotheken wohl eher nicht mehr helfen können. Zum Wohle der Patienten in unserem Land, appellieren wir an Sie, den Gesetzentwurf zum TSVG abzulehnen, nochmals zu überarbeiten und den Anträgen der AfD zuzustimmen.

Organspenden in Deutschland reichen nicht!

Seit 2012 bis heute ist die Zahl der Organspender zurückgegangen. Deshalb finden wir einen Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Transplantationsgesetzes eine sehr gute Idee. Speziell die Verbesserung der Zusammenarbeit und die Stärkung der Transplantationsbeauftragten in ihrer Position, sind, in der Tat, die richtigen Hebel.

Aber, wenn man etwas macht, dann sollte man es auch gut machen und zu Ende diskutiert haben. Das Ziel muss eine Lösung sein, die den Menschen in unserem Land das Vertrauen in die Institutionen wieder zurückgibt. Eine Vertrauenslösung gewissermaßen! Ansonsten wird man, mit dem Gesetz, eher das Gegenteil bewirken, nämlich weniger Organspendebereitschaft und das wäre fatal.

Die Transplantationsbeauftragten erhalten weitreichende Kompetenzen durch das Gesetz. Soweit so gut! Was Sie allerdings nicht beachtet haben, ist, dass nur durch ein strenges, bundesweit einheitliches Ausbildungscurriculum der Bundesärztekammern, die notwendige Qualitätssicherung erreicht werden kann.

Das sollte allerdings, mit einer entsprechenden fachlichen und ethischen Eignungsprüfung, von den zukünftigen Transplantationsbeauftragten unter Beweis gestellt werden. Ansonsten schafft man nur Chaos.

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Die AfD bemängelt, dass Transplantationsbeauftragte, selbstständig eigene Verfahrensabläufe zur Organentnahme in der Klinik erstellen können. In Deutschland sind derzeit mindestens 1.306 Entnahmemöglichkeiten verfügbar. Soll nun allen Ernstes riskiert werden, 1306 Verfahrensweisen zur Organentnahme einzeln irgendwie handhaben zu müssen? Was ist denn, wenn ein Transplantationbeauftragter vertreten werden muss? Vielleicht von einem Kollegen aus einem anderen Teil Deutschlands? Wird dann, das selbst installierte System der Organentnahme, von der Vorbereitung bis zur Betreuung der Hinterbliebenen, dann etwa von einem Tag zum anderen komplett umgekrempelt.

Oder schlimmer noch, soll dann ein Vertreter, im eigenen Haus, der noch nicht mal ein Arzt sein muss, die Verantwortung, dieses, so hoch sensible Procedere übernehmen? Nein. Sollte man, nicht auch gerade hier, bei der so massiven Erweiterung der Privilegien der Transplantationsbeauftragten, nicht auch, bestimmte Verhaltensregeln und – verpflichtungen juristisch verankert abverlangen? Wir denken, dass dies unumgänglich ist.

Die Regierung muss eine bundeseinheitliche Richtlinie schaffen, die im Einzelnen die Zuständigkeiten sowie Handlungs- und Prozessabläufe in Entnahmekliniken festlegt. Ein Qualitätsmanagementsystem für den Prozessablauf der Organspende, verbindlich für alle Entnahmekrankenhäuser und Transplantationszentren. Das schafft Vertrauen und Kontinuität!

Last but not least, mein Appell an die Regierung; Erkennen Sie auch die Spendenbereitschaft als Ehrenamt an! Verbessern Sie die Überlebenschance von Dialysepatienten durch die Einführung und Vergütung der Cross-Over-Spende! und Bitte lehnen Sie nicht gleich, ohne nachzudenken jeden Antrag der AfD ab!

Die Grundidee des Gesetzentwurfs ist gut, aber es fehlt an Strukturierung und Qualitätsabsicherung. Stimmen Sie zu, unsere Zusatzanträge zurück an den Ausschuss zu überweisen, damit wir nochmals gemeinsam beraten! Ich bin mir sicher, dass wir eine gute Lösung finden werden, mit der wir das das Vertrauen in die Organspende wieder zugewinnen können.

Es geht hier nicht um uns, es geht einzig und allein um das Interesse und das Wohl unserer Bürger und unserer Patienten in unserem Land.

Ihr,
Dr. Robby Schlund

5 Millionen Euro für Sinnlos-Studie – Spahn zeigt, dass er Altpolitiker ist

Der Gesundheitsminister Jens Spahn zeigt, dass er in den uralten Strukturen der Altparteien zuhause ist. Anstatt sich klar gegen die Lockerung des § 219a StGB auszusprechen und Familien und Leben zu schützen, wird Geld zum Fenster hinausgeschmissen, um Gutachter zu finanzieren, die viel Lärm um nichts machen und um das Post-Abortion-Syndroms erforschen zu lassen.

Jedoch existieren bereits zahlreiche nationale und internationale wissenschaftliche Studien zu den Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen. Eine Übersicht geben zum Beispiel SaveOne Europe und SAGE journals (siehe Quellen-Box).

Hätte Gesundheitsminister Spahn also seine Hausaufgaben gemacht, sollte auch ihm klar geworden sein, dass eine weitere Studie keinerlei Erkenntnisgewinn bringen kann und somit 5 Millionen Euro an Steuergeld weitaus besser investiert hätten werden können.

Dieses Geld wäre bei unseren Kindertagesstätten und Pflegeeinrichtungen sehr viel besser aufgehoben. Der Investitionsstau hat hier weiter zugenommen, so dass nach den vergangenen Sommerferien so viele Kinder wie nie in reparaturbedürftigen Schulen lernen mussten. Auch die Qualität der hiesigen Tagesbetreuung für Kinder ab dem ersten Lebensjahr, ist weit von den international empfohlenen Standards entfernt. Einfach den gesunden Menschenverstand einschalten!

An diesem Beispiel zeigt sich sehr deutlich: Die AfD bietet Alternativen für Deutschland. Mit unserer Politik wäre inhaltlich eine andere Richtung eingeschlagen worden und wir hätten das Geld zugunsten von Kindern und Alten ausgegeben oder gespart!

Ihr
Dr. Robby Schlund

Feinstaubbelastung: Politiker diskreditieren Mediziner und Wissenschaftler

Es sind Lungenfachärzte, Wissenschaftler und Professoren, die in einer kritischen Überprüfung die Gefahr von Feinstaub und Stickoxiden bezweifeln und eine neue Überprüfung der Grenzwerte fordern.

Die Äußerungen mancher Politiker zu den jetzt veröffentlichen Ergebnissen ist eine Diskreditierung für die Mediziner unseres Landes. Der Grünen-Politiker Dieter Janecek twitterte: „Um das mal klar zu sagen: Was Union und FDP zusammen mit ein paar verirrten Lungenärzten da in Sachen #Umwelthilfe #Feinstaub #Stickoxide aufführen, hat Reichsbürger-Niveau. Eine Schande für die deutsche Politik ist das.[1]“ Auch Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, kritisierte: „Der Aufruf der Lungenfachärzte zur Relativierung NOX Werte ist nicht akzeptabel“, und weiter „Was will man erreichen? Dass NOX und Feinstaub Gefäße, ungeborene Kinder und Gehirne alter Menschen beschädigen ist komplett unstrittig bei internationalen Wissenschaftlern.[2]“. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bezeichnete die Stellungnahme als „Ablenkungsmanöver“[3].

Ein Lungenarzt bei der Auswertung von Röntgenbildern

Die Ärztegruppe von klinischen Forschern, Wissenschaftlern und Lungenärzten wird angeführt von  Professor Dr. med. Dieter Köhler,  ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für  Pneumologie.
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell), der Pleura (Rippen- und Lungenfell) sowie der Beatmungsmedizin (DGP) befasst. Professor Dr. med. Dieter Köhler, hat die Methodik der Untersuchung zu Auswirkungen von Stickoxiden und Feinstaub grundlegend kritisiert.

In Anbetracht der Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und einer aktuellen Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes lässt sich feststellen, dass sich die Zahl der Todesfälle bei Stickstoffverbindungen auf 6.000 bis 13.000 und bei Feinstaub auf 60.000 bis 80.000 Sterbefälle jährlich beläuft. An durch Zigarettenkonsum bedingten Lungenkrebs und COPD sind es ungefähr die gleiche Menge Todesfälle. „Lungenärzte sehen in ihren Praxen und Kliniken diese Todesfälle an COPD und Lungenkrebs täglich; jedoch Tote durch Feinstaub und NOx, auch bei sorgfältiger Anamnese, nie. Bei der hohen Mortalität müsste das Phänomen zumindest als assoziativer Faktor bei den Lungenerkrankungen irgendwo auffallen.[4]“, heißt es in der Stellungnahme der Wissenschaftler. Die Feinstaubwerte beim Genuss einer Zigarette liegen bei 100 bis 500 g/m³. Zum Vergleich: in der EU gilt für Stickstoffdioxid (NO2) ein Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter[5].

Feinstaub-Messstation

Prof. Dr. med. Dieter Köhler stellte in seiner Stellungnahme zur Gesundheitsgefährdung für Feinstaub und NOX im Januar 2019 dar, dass den Grenzwerten für inhalative Schadstoffe die wissenschaftliche Basis fehle und dass „die wissenschaftlichen Methoden, insbesondere bei der Bewertung der Größenordnungen, verlassen und durch Ideologien ersetzt[6]“ werden. Die Diskussion über die Gesundheitsgefährdung  müsse wieder auf eine „wissenschaftsmethodologisch rationale Grundlage“ geführt werden.

Die über 100 unterzeichnetes Wissenschaftler dieser kritischen Stellungnahme verfolgen ebenso das Ziel, die Maßnahmen zur Schadstoffvermeidung weiter zu unterstützen, allerdings muss eine Neubewertung der bisherigen wissenschaftlichen Studien durch unabhängige Forscher erfolgen, um eine sachliche Diskussion zum Thema fortzuführen.

Die Fraktion der Alternative für Deutschland hatte bereits im Frühjahr 2018 eine Überprüfung der Grenzwerte für Emissionen von Stickstoffdioxid (NO2) gefordert, welcher dann im Oktober durch den Bundestag mit 456 zu 72 Stimmen eindeutig abgelehnt wurde. Dabei haben wir doch alle das gleiche Ziel: Reduzierung der Feinstaub- und Stickoxidbelastung unter sachlicher und kritischer Betrachtung aller Gefahren und Verbesserungsmöglichkeiten.

Klare Gliederung und fortschrittliche Struktur – Darum ist Dänemarks Gesundheitskonzept unter den Top 3

Der zweite Tag in Dänemark hatte für die Mitglieder des Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages wieder viele interessante Besichtigungen auf der Tagesordnung stehen.  

Mit einem Besuch beim zweitgrößten Krankenhaus des Landes, das „Rigshospitalet“ startete der heutige Tag. Es verfügt über sechs Behandlungs- und zwei interdisziplinären Zentren und erfüllt nationale und regionale Funktionen in allen medizinischen Fachgebieten außer Dermatologie, Arbeitsmedizin und Kinderpsychiatrie. Die acht Bereiche werden finanziell und administrativ unabhängig voneinander geführt.

Im Bereich der Pflege ist eine einheitliche und gut organisierte Struktur erkennbar. Die Ausbildung im Pflegebereich ist kostenlos und wird mit einem Bachelor-Abschluss beendet. Nicht verwunderlich ist demnach, dass es mehr Bewerber als Ausbildungsstellen gibt. Nach der Grundausbildung kann eine Weiterbildung zum Beispiel zur Gemeindeschwester erfolgen. Diese Berufsfelder versorgen die ambulanten Patienten in den einzelnen Krankenhäusern der Kommunen, so zum Beispiel nach Krankenhausentlassungen, zur Rehabilitation oder auch regelmäßige Infusions- und Arzneimitteltherapie. Eine Pflegekraft verdient im Durchschnitt ca. 2.900,00 EUR Brutto bei 37 Stunden maximaler Wochenarbeitszeit und 5 Wochen Urlaub. Das Renteneintrittsalter liegt bei 65, bei bestehender Krankheit auch eher. Aufgrund dieser positiven Faktoren gepaart mit einem besserem Arbeitklima und Anerkennung im Pflegeberuf pendel viele deutsche Fachkräfte zum Arbeiten nach Dänemark.

Im Rigshospitalet gibt es eine ganz besondere Behandlungsweise bzw. ein patientenorientiertes Konzept für Intensivbehandlungen von Leukämiepatienten in ihrem häuslichen Umwelt und ohne Beisein von Fachpersonal, die sogenannte „Chemotherapie at home“. Eine digitale Pumpe übernimmt die Behandlung viermal täglich. Alle zwei bis drei Tage kommt der Patient ins Krankenhaus zum Gespräch mit einem Arzt oder einer Krankenschwester und erhält einen neuen Vorrat an Zytostatika. Dadurch wird zum einen die Anzahl der Tage, an denen die Patienten stationär untergebracht sind, von 30 auf 10 reduziert, zum anderen können die Patienten mehr Zeit mit Freunden und Familie im vertrauten häuslichen Umfeld verbringen. Die medizinischen Behandlungskosten werden gesenkt, während die Behandlungsqualität durch ein viel besseres Wohlbefinden und Selbstvertrauen der Patienten steigt. Im Vergleich zu stationären Fällen kommt es außerdem zu einer geringeren Belastung des Immunsystems, da sich in der häuslichen Umgebung größtenteils die „eigenen“ Keime befinden, weniger Infekte sind die Folge. Für den Notfall steht 24 Stunden am Tag eine Hotline sowie heimatnahe ausgebildete Pfleger zur Verfügung. Die Kosten werden komplett durch das Krankenhaus getragen. Das System „Chemotherapie at home“ kommt bei den betroffenen Patienten sehr gut an, etwa 92 % sprechen sich für dieses Modell aus. Bei den anderen 8% ist eine häusliche Therapie aus medizinischen Gründen leider nicht möglich.

Nach den sehr interessanten und informativen Gesprächen im „Rigshospitalet“ erfolgte der Besuch des Gesundheitszentrums in Nørrebro, in welchem Allgemeinmediziner/innen mit Pflegekräften, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Hebammen und anderen Gesundheitsberufen zusammenarbeiten. Die Bürgermeisterin für Gesundheit und Pflege, Frau Sisse Marie Welling, erläuterte den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses, dass die Gesundheitszentren in Dänemark für Vorbeugung und Rehabilitierung zuständig. Frei nach dem Motto „Enjoy life, Copenhagens“ soll damit die Lebensqualität gesteigert werden und die Aussicht auf ein langes und gesundes Leben unter Nutzung der Präventionsmöglichkeiten gegeben werden. Die Zentren bieten z.B. Unterstützung für Patienten mit chronischen Krankheiten und helfen Personen, die das Rauchen aufgeben möchten oder die an Alkoholsucht leiden. Gesundheitszentren gibt es in allen Kommunen des Landes, diese sind häufig in ehemaligen Krankenhäusern untergebracht.

Zu guter Letzt erfolgte noch ein Besuch bei Healthcare DENMARK. Dänemark ist ein absoluter Vorreiter im internationalen Gesundheitswesen und wird dabei durch Healthcare DENMARK unterstützt. Es hat ein nationales und politisches Mandat, die Exzellenz des dänischen Gesundheitswesens zu repräsentieren. Unterstützt wird diese Initiative durch das dänische Gesundheitsministerium, das Außenministerium Dänemarks, das Ministerium für Wirtschaft und Wachstum, die dänischen Regionen, die Region Süddänemark, der Verband der dänischen Industrie, der Verband der dänischen Unternehmer, Falck, KMD, Systematic, OpenTeleHealth, das Copenhagen Healthtech Cluster, Public Intelligence und Vendlet. Ihre Majestät, Kronprinzessin Mary von Dänemark, ist Schirmherrin von Healthcare DENMARK.

 

Perspektivisch wird Dänemark in den nächsten zehn Jahren mehr als 5 Milliarden Euro in 16 neue Krankenhausprojekte investieren. Zum einen verspricht man sich eine höhere Qualität des gesamten dänischen Gesundheitswesens und zum anderen soll somit die Gewährleistung der landesweiten Bereitstellung von modernen Gesundheitsleistungen gegeben werden. Ziel ist die Schaffung von flexiblen Kapazitäten, angepasst auf die zukünftigen Behandlungs- und Pflegebedürfnisse. Ca. 20 % der Kosten werden in die Beschaffung, Entwicklung und Umsetzung neuer Ausrüstungen und Technologien investiert. Die Modernisierung des dänischen Krankenhaussystems führt zu einer landesweiten Verbreitung des neuesten Wissensstands, neuer Technologien und bewährter Praktiken. Die fortschreitende Digitalisierung werden Ressourcen für die Behandlung und Pflege freigesetzt und zugleich die Arbeitsschutzbedingungen für das Personal verbessert.

Das dänische Gesundheitskonzept kommt durch seine klar gegliederte und fortschrittliche Struktur auf Platz drei im EU-Vergleich und das zu Recht!

Superhospitals & Co. – Reise nach Dänemark

Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages befindet sich aktuell auf Dienstreise in Dänemark, um mehr über das dortige Gesundheitswesen zu erfahren und sich mit den dortigen Kollegen auszutauschen.

Am heutigen Anreisetag stand zuerst der Besuch des Ministeriums für Gesundheit und Senioren „Sundheds- og ældreministeriet“ auf der Tagesordnung. In Dänemark gibt es ein staatliches Gesundheitssystem, welches im Unterschied zum deutschen Gesundheitswesen und der deutschen Gesundheitspolitik über Steuern finanziert wird und größtenteils für die Bevölkerung kostenlos ist. Es gibt eine staatliche Krankenversicherung, welche zwei Mitgliedschaftsvarianten anbietet. Zum einen findet man das Hausarztmodell, welches 98% der Bevölkerung favorisieren. Die medizinische Behandlung und Beratung erfolgt kostenfrei durch einen im Umkreis von 10 km befindlichen Hausarzt, welcher im Bedarfsfall zu einem Facharzt überweist. Das zweite Versicherungsmodell sieht eine freie Arztwahl vor. Allerdings besteht ein nachteiliger Aspekt in finanziellen Belangen, denn die Ärzte sind bei dieser Patientengruppe (2 % der Bevölkerung) nicht an die Tarifordnung gebunden und der Patient muss die Differenz, resultierend aus höheren Tarifen, selbst tragen.

H_C_Hagedorn
Der dänischer Pharmakologe und Diabetesforscher Hans Christian Hagedorn - Mitentwickler des Insulins

Kostenfrei sind auch die Leistungen der öffentlichen Kliniken. Die Basisversorgung umfasst circa 90% der klinischen Leistungen, welche in jedem Bezirk von Dänemark gewährleistet werden.

Die sogenannten Schwerpunktversorgungen werden hingegen nur von manchen Bezirken abgedeckt, es existieren Kooperationsvereinbarungen. Für die Finanzierung, Planung und Überwachung der Kliniken ist der jeweilige Bezirk zuständig, sie geben den Krankenhäusern entsprechende Budgets vor. Das Problem sind allerdings die langen Wartelisten im Krankenhaus. Die Bürger können sich allerdings im Internet über die Wartezeiten für verschiedene Behandlungen informieren und gegebenenfalls schon frühzeitig eine Ausweichmöglichkeit in Betracht ziehen.

Dr. Robby Schlund im alten Büro Hagedorns

Statt einer Vielzahl an Einzelkliniken soll das dänische Gesundheitswesen künftig von sogenannten „Superhospitals“ getragen werden. Sieben Superhospitals zu je 800 Betten sollen das Zentrum der Versorgung bilden und unter anderem die Qualität des Gesundheitssystems weiter verbessern.

Auf dem weiteren Programmplan heute stand der Besuch des Steno Diabetes Center Copenhagen, ein Krankenhaus und Forschungs- und Lehrzentrum, das der Behandlung von Diabetes gewidmet ist. Die Vision des Zentrums besteht darin, ein längeres und qualitativ besseres Leben für Diabetiker zu schaffen sowie Diabetestherapie und die Prävention von Komplikationen verbessern, um sowohl Personen mit Diabetes als auch der Gesellschaft zu helfen. Aktuell gibt es drei Steno-Diabetes-Zentren, welche am 1. Januar 2018 in Betrieb genommen wurden:  Universitätsklinik Odense, Universitätsklinik Aarhus und Universitätsklinik Aalborg.

Zum Ausklang des Tages treffen sich aktuell die Mitglieder des Gesundheitsausschusses mit Herrn Professor Terkel Christiansen, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität von Süddänemark und Frau Nadja Kronenberger, Beraterin der Healthcare DENMARK zum gemeinsamen  Abendessen. Nun können die Eindrücke des Tages auswertet werden, sowie Diskussionen zur Gesundheitspolitik erfolgen. Morgen erwartet uns dann ein neuer eindrucksvoller Tag im gastfreundlichen Dänemark.

Schlichts Schild, bedeutender Name