Organspenden in Deutschland reichen nicht!

Seit 2012 bis heute ist die Zahl der Organspender zurückgegangen. Deshalb finden wir einen Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Transplantationsgesetzes eine sehr gute Idee. Speziell die Verbesserung der Zusammenarbeit und die Stärkung der Transplantationsbeauftragten in ihrer Position, sind, in der Tat, die richtigen Hebel.

Aber, wenn man etwas macht, dann sollte man es auch gut machen und zu Ende diskutiert haben. Das Ziel muss eine Lösung sein, die den Menschen in unserem Land das Vertrauen in die Institutionen wieder zurückgibt. Eine Vertrauenslösung gewissermaßen! Ansonsten wird man, mit dem Gesetz, eher das Gegenteil bewirken, nämlich weniger Organspendebereitschaft und das wäre fatal.

Die Transplantationsbeauftragten erhalten weitreichende Kompetenzen durch das Gesetz. Soweit so gut! Was Sie allerdings nicht beachtet haben, ist, dass nur durch ein strenges, bundesweit einheitliches Ausbildungscurriculum der Bundesärztekammern, die notwendige Qualitätssicherung erreicht werden kann.

Das sollte allerdings, mit einer entsprechenden fachlichen und ethischen Eignungsprüfung, von den zukünftigen Transplantationsbeauftragten unter Beweis gestellt werden. Ansonsten schafft man nur Chaos.

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Die AfD bemängelt, dass Transplantationsbeauftragte, selbstständig eigene Verfahrensabläufe zur Organentnahme in der Klinik erstellen können. In Deutschland sind derzeit mindestens 1.306 Entnahmemöglichkeiten verfügbar. Soll nun allen Ernstes riskiert werden, 1306 Verfahrensweisen zur Organentnahme einzeln irgendwie handhaben zu müssen? Was ist denn, wenn ein Transplantationbeauftragter vertreten werden muss? Vielleicht von einem Kollegen aus einem anderen Teil Deutschlands? Wird dann, das selbst installierte System der Organentnahme, von der Vorbereitung bis zur Betreuung der Hinterbliebenen, dann etwa von einem Tag zum anderen komplett umgekrempelt.

Oder schlimmer noch, soll dann ein Vertreter, im eigenen Haus, der noch nicht mal ein Arzt sein muss, die Verantwortung, dieses, so hoch sensible Procedere übernehmen? Nein. Sollte man, nicht auch gerade hier, bei der so massiven Erweiterung der Privilegien der Transplantationsbeauftragten, nicht auch, bestimmte Verhaltensregeln und – verpflichtungen juristisch verankert abverlangen? Wir denken, dass dies unumgänglich ist.

Die Regierung muss eine bundeseinheitliche Richtlinie schaffen, die im Einzelnen die Zuständigkeiten sowie Handlungs- und Prozessabläufe in Entnahmekliniken festlegt. Ein Qualitätsmanagementsystem für den Prozessablauf der Organspende, verbindlich für alle Entnahmekrankenhäuser und Transplantationszentren. Das schafft Vertrauen und Kontinuität!

Last but not least, mein Appell an die Regierung; Erkennen Sie auch die Spendenbereitschaft als Ehrenamt an! Verbessern Sie die Überlebenschance von Dialysepatienten durch die Einführung und Vergütung der Cross-Over-Spende! und Bitte lehnen Sie nicht gleich, ohne nachzudenken jeden Antrag der AfD ab!

Die Grundidee des Gesetzentwurfs ist gut, aber es fehlt an Strukturierung und Qualitätsabsicherung. Stimmen Sie zu, unsere Zusatzanträge zurück an den Ausschuss zu überweisen, damit wir nochmals gemeinsam beraten! Ich bin mir sicher, dass wir eine gute Lösung finden werden, mit der wir das das Vertrauen in die Organspende wieder zugewinnen können.

Es geht hier nicht um uns, es geht einzig und allein um das Interesse und das Wohl unserer Bürger und unserer Patienten in unserem Land.

Ihr,
Dr. Robby Schlund

5 Millionen Euro für Sinnlos-Studie – Spahn zeigt, dass er Altpolitiker ist

Der Gesundheitsminister Jens Spahn zeigt, dass er in den uralten Strukturen der Altparteien zuhause ist. Anstatt sich klar gegen die Lockerung des § 219a StGB auszusprechen und Familien und Leben zu schützen, wird Geld zum Fenster hinausgeschmissen, um Gutachter zu finanzieren, die viel Lärm um nichts machen und um das Post-Abortion-Syndroms erforschen zu lassen.

Jedoch existieren bereits zahlreiche nationale und internationale wissenschaftliche Studien zu den Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen. Eine Übersicht geben zum Beispiel SaveOne Europe und SAGE journals (siehe Quellen-Box).

Hätte Gesundheitsminister Spahn also seine Hausaufgaben gemacht, sollte auch ihm klar geworden sein, dass eine weitere Studie keinerlei Erkenntnisgewinn bringen kann und somit 5 Millionen Euro an Steuergeld weitaus besser investiert hätten werden können.

Dieses Geld wäre bei unseren Kindertagesstätten und Pflegeeinrichtungen sehr viel besser aufgehoben. Der Investitionsstau hat hier weiter zugenommen, so dass nach den vergangenen Sommerferien so viele Kinder wie nie in reparaturbedürftigen Schulen lernen mussten. Auch die Qualität der hiesigen Tagesbetreuung für Kinder ab dem ersten Lebensjahr, ist weit von den international empfohlenen Standards entfernt. Einfach den gesunden Menschenverstand einschalten!

An diesem Beispiel zeigt sich sehr deutlich: Die AfD bietet Alternativen für Deutschland. Mit unserer Politik wäre inhaltlich eine andere Richtung eingeschlagen worden und wir hätten das Geld zugunsten von Kindern und Alten ausgegeben oder gespart!

Ihr
Dr. Robby Schlund

Feinstaubbelastung: Politiker diskreditieren Mediziner und Wissenschaftler

Es sind Lungenfachärzte, Wissenschaftler und Professoren, die in einer kritischen Überprüfung die Gefahr von Feinstaub und Stickoxiden bezweifeln und eine neue Überprüfung der Grenzwerte fordern.

Die Äußerungen mancher Politiker zu den jetzt veröffentlichen Ergebnissen ist eine Diskreditierung für die Mediziner unseres Landes. Der Grünen-Politiker Dieter Janecek twitterte: „Um das mal klar zu sagen: Was Union und FDP zusammen mit ein paar verirrten Lungenärzten da in Sachen #Umwelthilfe #Feinstaub #Stickoxide aufführen, hat Reichsbürger-Niveau. Eine Schande für die deutsche Politik ist das.[1]“ Auch Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, kritisierte: „Der Aufruf der Lungenfachärzte zur Relativierung NOX Werte ist nicht akzeptabel“, und weiter „Was will man erreichen? Dass NOX und Feinstaub Gefäße, ungeborene Kinder und Gehirne alter Menschen beschädigen ist komplett unstrittig bei internationalen Wissenschaftlern.[2]“. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bezeichnete die Stellungnahme als „Ablenkungsmanöver“[3].

Ein Lungenarzt bei der Auswertung von Röntgenbildern

Die Ärztegruppe von klinischen Forschern, Wissenschaftlern und Lungenärzten wird angeführt von  Professor Dr. med. Dieter Köhler,  ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für  Pneumologie.
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell), der Pleura (Rippen- und Lungenfell) sowie der Beatmungsmedizin (DGP) befasst. Professor Dr. med. Dieter Köhler, hat die Methodik der Untersuchung zu Auswirkungen von Stickoxiden und Feinstaub grundlegend kritisiert.

In Anbetracht der Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und einer aktuellen Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes lässt sich feststellen, dass sich die Zahl der Todesfälle bei Stickstoffverbindungen auf 6.000 bis 13.000 und bei Feinstaub auf 60.000 bis 80.000 Sterbefälle jährlich beläuft. An durch Zigarettenkonsum bedingten Lungenkrebs und COPD sind es ungefähr die gleiche Menge Todesfälle. „Lungenärzte sehen in ihren Praxen und Kliniken diese Todesfälle an COPD und Lungenkrebs täglich; jedoch Tote durch Feinstaub und NOx, auch bei sorgfältiger Anamnese, nie. Bei der hohen Mortalität müsste das Phänomen zumindest als assoziativer Faktor bei den Lungenerkrankungen irgendwo auffallen.[4]“, heißt es in der Stellungnahme der Wissenschaftler. Die Feinstaubwerte beim Genuss einer Zigarette liegen bei 100 bis 500 g/m³. Zum Vergleich: in der EU gilt für Stickstoffdioxid (NO2) ein Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter[5].

Feinstaub-Messstation

Prof. Dr. med. Dieter Köhler stellte in seiner Stellungnahme zur Gesundheitsgefährdung für Feinstaub und NOX im Januar 2019 dar, dass den Grenzwerten für inhalative Schadstoffe die wissenschaftliche Basis fehle und dass „die wissenschaftlichen Methoden, insbesondere bei der Bewertung der Größenordnungen, verlassen und durch Ideologien ersetzt[6]“ werden. Die Diskussion über die Gesundheitsgefährdung  müsse wieder auf eine „wissenschaftsmethodologisch rationale Grundlage“ geführt werden.

Die über 100 unterzeichnetes Wissenschaftler dieser kritischen Stellungnahme verfolgen ebenso das Ziel, die Maßnahmen zur Schadstoffvermeidung weiter zu unterstützen, allerdings muss eine Neubewertung der bisherigen wissenschaftlichen Studien durch unabhängige Forscher erfolgen, um eine sachliche Diskussion zum Thema fortzuführen.

Die Fraktion der Alternative für Deutschland hatte bereits im Frühjahr 2018 eine Überprüfung der Grenzwerte für Emissionen von Stickstoffdioxid (NO2) gefordert, welcher dann im Oktober durch den Bundestag mit 456 zu 72 Stimmen eindeutig abgelehnt wurde. Dabei haben wir doch alle das gleiche Ziel: Reduzierung der Feinstaub- und Stickoxidbelastung unter sachlicher und kritischer Betrachtung aller Gefahren und Verbesserungsmöglichkeiten.

Klare Gliederung und fortschrittliche Struktur – Darum ist Dänemarks Gesundheitskonzept unter den Top 3

Der zweite Tag in Dänemark hatte für die Mitglieder des Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages wieder viele interessante Besichtigungen auf der Tagesordnung stehen.  

Mit einem Besuch beim zweitgrößten Krankenhaus des Landes, das „Rigshospitalet“ startete der heutige Tag. Es verfügt über sechs Behandlungs- und zwei interdisziplinären Zentren und erfüllt nationale und regionale Funktionen in allen medizinischen Fachgebieten außer Dermatologie, Arbeitsmedizin und Kinderpsychiatrie. Die acht Bereiche werden finanziell und administrativ unabhängig voneinander geführt.

Im Bereich der Pflege ist eine einheitliche und gut organisierte Struktur erkennbar. Die Ausbildung im Pflegebereich ist kostenlos und wird mit einem Bachelor-Abschluss beendet. Nicht verwunderlich ist demnach, dass es mehr Bewerber als Ausbildungsstellen gibt. Nach der Grundausbildung kann eine Weiterbildung zum Beispiel zur Gemeindeschwester erfolgen. Diese Berufsfelder versorgen die ambulanten Patienten in den einzelnen Krankenhäusern der Kommunen, so zum Beispiel nach Krankenhausentlassungen, zur Rehabilitation oder auch regelmäßige Infusions- und Arzneimitteltherapie. Eine Pflegekraft verdient im Durchschnitt ca. 2.900,00 EUR Brutto bei 37 Stunden maximaler Wochenarbeitszeit und 5 Wochen Urlaub. Das Renteneintrittsalter liegt bei 65, bei bestehender Krankheit auch eher. Aufgrund dieser positiven Faktoren gepaart mit einem besserem Arbeitklima und Anerkennung im Pflegeberuf pendel viele deutsche Fachkräfte zum Arbeiten nach Dänemark.

Im Rigshospitalet gibt es eine ganz besondere Behandlungsweise bzw. ein patientenorientiertes Konzept für Intensivbehandlungen von Leukämiepatienten in ihrem häuslichen Umwelt und ohne Beisein von Fachpersonal, die sogenannte „Chemotherapie at home“. Eine digitale Pumpe übernimmt die Behandlung viermal täglich. Alle zwei bis drei Tage kommt der Patient ins Krankenhaus zum Gespräch mit einem Arzt oder einer Krankenschwester und erhält einen neuen Vorrat an Zytostatika. Dadurch wird zum einen die Anzahl der Tage, an denen die Patienten stationär untergebracht sind, von 30 auf 10 reduziert, zum anderen können die Patienten mehr Zeit mit Freunden und Familie im vertrauten häuslichen Umfeld verbringen. Die medizinischen Behandlungskosten werden gesenkt, während die Behandlungsqualität durch ein viel besseres Wohlbefinden und Selbstvertrauen der Patienten steigt. Im Vergleich zu stationären Fällen kommt es außerdem zu einer geringeren Belastung des Immunsystems, da sich in der häuslichen Umgebung größtenteils die „eigenen“ Keime befinden, weniger Infekte sind die Folge. Für den Notfall steht 24 Stunden am Tag eine Hotline sowie heimatnahe ausgebildete Pfleger zur Verfügung. Die Kosten werden komplett durch das Krankenhaus getragen. Das System „Chemotherapie at home“ kommt bei den betroffenen Patienten sehr gut an, etwa 92 % sprechen sich für dieses Modell aus. Bei den anderen 8% ist eine häusliche Therapie aus medizinischen Gründen leider nicht möglich.

Nach den sehr interessanten und informativen Gesprächen im „Rigshospitalet“ erfolgte der Besuch des Gesundheitszentrums in Nørrebro, in welchem Allgemeinmediziner/innen mit Pflegekräften, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Hebammen und anderen Gesundheitsberufen zusammenarbeiten. Die Bürgermeisterin für Gesundheit und Pflege, Frau Sisse Marie Welling, erläuterte den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses, dass die Gesundheitszentren in Dänemark für Vorbeugung und Rehabilitierung zuständig. Frei nach dem Motto „Enjoy life, Copenhagens“ soll damit die Lebensqualität gesteigert werden und die Aussicht auf ein langes und gesundes Leben unter Nutzung der Präventionsmöglichkeiten gegeben werden. Die Zentren bieten z.B. Unterstützung für Patienten mit chronischen Krankheiten und helfen Personen, die das Rauchen aufgeben möchten oder die an Alkoholsucht leiden. Gesundheitszentren gibt es in allen Kommunen des Landes, diese sind häufig in ehemaligen Krankenhäusern untergebracht.

Zu guter Letzt erfolgte noch ein Besuch bei Healthcare DENMARK. Dänemark ist ein absoluter Vorreiter im internationalen Gesundheitswesen und wird dabei durch Healthcare DENMARK unterstützt. Es hat ein nationales und politisches Mandat, die Exzellenz des dänischen Gesundheitswesens zu repräsentieren. Unterstützt wird diese Initiative durch das dänische Gesundheitsministerium, das Außenministerium Dänemarks, das Ministerium für Wirtschaft und Wachstum, die dänischen Regionen, die Region Süddänemark, der Verband der dänischen Industrie, der Verband der dänischen Unternehmer, Falck, KMD, Systematic, OpenTeleHealth, das Copenhagen Healthtech Cluster, Public Intelligence und Vendlet. Ihre Majestät, Kronprinzessin Mary von Dänemark, ist Schirmherrin von Healthcare DENMARK.

 

Perspektivisch wird Dänemark in den nächsten zehn Jahren mehr als 5 Milliarden Euro in 16 neue Krankenhausprojekte investieren. Zum einen verspricht man sich eine höhere Qualität des gesamten dänischen Gesundheitswesens und zum anderen soll somit die Gewährleistung der landesweiten Bereitstellung von modernen Gesundheitsleistungen gegeben werden. Ziel ist die Schaffung von flexiblen Kapazitäten, angepasst auf die zukünftigen Behandlungs- und Pflegebedürfnisse. Ca. 20 % der Kosten werden in die Beschaffung, Entwicklung und Umsetzung neuer Ausrüstungen und Technologien investiert. Die Modernisierung des dänischen Krankenhaussystems führt zu einer landesweiten Verbreitung des neuesten Wissensstands, neuer Technologien und bewährter Praktiken. Die fortschreitende Digitalisierung werden Ressourcen für die Behandlung und Pflege freigesetzt und zugleich die Arbeitsschutzbedingungen für das Personal verbessert.

Das dänische Gesundheitskonzept kommt durch seine klar gegliederte und fortschrittliche Struktur auf Platz drei im EU-Vergleich und das zu Recht!

Superhospitals & Co. – Reise nach Dänemark

Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages befindet sich aktuell auf Dienstreise in Dänemark, um mehr über das dortige Gesundheitswesen zu erfahren und sich mit den dortigen Kollegen auszutauschen.

Am heutigen Anreisetag stand zuerst der Besuch des Ministeriums für Gesundheit und Senioren „Sundheds- og ældreministeriet“ auf der Tagesordnung. In Dänemark gibt es ein staatliches Gesundheitssystem, welches im Unterschied zum deutschen Gesundheitswesen und der deutschen Gesundheitspolitik über Steuern finanziert wird und größtenteils für die Bevölkerung kostenlos ist. Es gibt eine staatliche Krankenversicherung, welche zwei Mitgliedschaftsvarianten anbietet. Zum einen findet man das Hausarztmodell, welches 98% der Bevölkerung favorisieren. Die medizinische Behandlung und Beratung erfolgt kostenfrei durch einen im Umkreis von 10 km befindlichen Hausarzt, welcher im Bedarfsfall zu einem Facharzt überweist. Das zweite Versicherungsmodell sieht eine freie Arztwahl vor. Allerdings besteht ein nachteiliger Aspekt in finanziellen Belangen, denn die Ärzte sind bei dieser Patientengruppe (2 % der Bevölkerung) nicht an die Tarifordnung gebunden und der Patient muss die Differenz, resultierend aus höheren Tarifen, selbst tragen.

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Der dänischer Pharmakologe und Diabetesforscher Hans Christian Hagedorn - Mitentwickler des Insulins

Kostenfrei sind auch die Leistungen der öffentlichen Kliniken. Die Basisversorgung umfasst circa 90% der klinischen Leistungen, welche in jedem Bezirk von Dänemark gewährleistet werden.

Die sogenannten Schwerpunktversorgungen werden hingegen nur von manchen Bezirken abgedeckt, es existieren Kooperationsvereinbarungen. Für die Finanzierung, Planung und Überwachung der Kliniken ist der jeweilige Bezirk zuständig, sie geben den Krankenhäusern entsprechende Budgets vor. Das Problem sind allerdings die langen Wartelisten im Krankenhaus. Die Bürger können sich allerdings im Internet über die Wartezeiten für verschiedene Behandlungen informieren und gegebenenfalls schon frühzeitig eine Ausweichmöglichkeit in Betracht ziehen.

Dr. Robby Schlund im alten Büro Hagedorns

Statt einer Vielzahl an Einzelkliniken soll das dänische Gesundheitswesen künftig von sogenannten „Superhospitals“ getragen werden. Sieben Superhospitals zu je 800 Betten sollen das Zentrum der Versorgung bilden und unter anderem die Qualität des Gesundheitssystems weiter verbessern.

Auf dem weiteren Programmplan heute stand der Besuch des Steno Diabetes Center Copenhagen, ein Krankenhaus und Forschungs- und Lehrzentrum, das der Behandlung von Diabetes gewidmet ist. Die Vision des Zentrums besteht darin, ein längeres und qualitativ besseres Leben für Diabetiker zu schaffen sowie Diabetestherapie und die Prävention von Komplikationen verbessern, um sowohl Personen mit Diabetes als auch der Gesellschaft zu helfen. Aktuell gibt es drei Steno-Diabetes-Zentren, welche am 1. Januar 2018 in Betrieb genommen wurden:  Universitätsklinik Odense, Universitätsklinik Aarhus und Universitätsklinik Aalborg.

Zum Ausklang des Tages treffen sich aktuell die Mitglieder des Gesundheitsausschusses mit Herrn Professor Terkel Christiansen, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität von Süddänemark und Frau Nadja Kronenberger, Beraterin der Healthcare DENMARK zum gemeinsamen  Abendessen. Nun können die Eindrücke des Tages auswertet werden, sowie Diskussionen zur Gesundheitspolitik erfolgen. Morgen erwartet uns dann ein neuer eindrucksvoller Tag im gastfreundlichen Dänemark.

Schlichts Schild, bedeutender Name

Statt Fremdzuweisung durch Terminservicestellen zu schaffen, besser die Budgetierung für Ärzte abschaffen!

Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Besinnung, und eine Zeit der Beschenkungen. Aber, bei mancher Art von Beschenkungen fürchtet man sie! Die Mogelpackung. Sie ist in ihrer luxuriösen und schillernden Hülle, die heilige Verkündigung einer freudigen Überraschung, die jedoch beim Auspacken zur Enttäuschung wird. So eine Enttäuschung ist der Entwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetz.

Unsere Menschen und ganz besonders unsere Patienten sollen über die substantiellen Probleme des Gesundheitssystems nämlich getäuscht werden. Das TSVG ist auch eine Diskreditierung aller in Deutschland praktizierenden Ärzte. Mit der Anhebung der Mindestsprechstundenzahl von 20 auf 25 Stunden wollen Sie, Herr Spahn, weißmachen, die Ärzte wären faul. Doch arbeiten niedergelassene Ärzte bereits statistisch zirka 50 Stunden pro Woche. Offene Sprechstunden, mit besserer Honorierung, die Sie fordern,  ist ein klassischer Fehlanreiz.

Die Folgen sind: katastrophale Zustände in den Arztpraxen und stundenlange Wartezeiten. Das ist ein Schlag ins Gesicht der chronisch kranken Menschen in Deutschland!

Der Thüringer Hartmannbund hat Ihnen ja bereits geschrieben, dass durch diese staatsdirigistische Einengung die Leistungsbereitschaft im Gesundheitssystem sinken wird. 2017 haben Vertragsärzte und Psychotherapeuten rund 562 Millionen Fälle behandelt. Durch Terminservicestellen, wurden nur 190.000 Terminanfragen bearbeitet. Das entspricht einem Anteil von lediglich 0,03 %.

Statt Fremdzuweisung durch Terminservicestellen schaffen Sie doch stattdessen einfach und pragmatisch die Budgetierung für Ärzte komplett ab. Mit Ihrer Politik sind Sie mitverantwortlich, dass der Arztberuf für deutsche Ärzte in Deutschland nicht mehr attraktiv ist. Das Defizit decken Sie dann mit ausländischen Ärzten. Derzeit arbeiten rund  50.809 ausländische Ärzte in Deutschland. Das sind  ca. 11,8 %!  Sprachbarrieren und ungleiche ärztliche Fähigkeiten, ja sogar gefälschte Zertifikate führen zu gravierenden Behandlungsfehlern.

Deshalb fordern wir, die Alternative für Deutschland, dass Ärzte aus Drittstaaten eine Approbation grundsätzlich erst nach entsprechendem 3. Staatsexamen in Deutschland erhalten können. Das ist im Übrigen gängige Praxis im Einwanderungsland USA. Weiterhin finden wir Regelung zu den medizinischen Versorgungszentren und den Praxiskliniken völlig inakzeptabel. Damit aber nicht genug, Sie wollen mit gestufter und gesteuerter Versorgung die Fähigkeiten unserer Psychotherapeuten in Frage stellen.

Gerade Patienten mit hochkomplexen psychologischen KH-Bildern werden sich kaum einer dritten Person offenbaren. Dennoch finden wir auch ein paar positive Ansätze im TSVG, die ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sind: z.B. die Honorarsteigerungungen bei Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Diätassistenten sowie die Abschaffung des Schulgeldes für die Heilmittelerbringer.

Die Idee, mit einem Gesetz den Service im Gesundheitswesen zu verbessern, ist gut, aber dieser Entwurf hat mit der Realität und der Lebenswirklichkeit von Patienten, Ärzten, Psychologen und Therapeuten nicht viel gemein. Der Überweisung stimmen wir zu.

Zusammenarbeit zwischen Weißrussland und Deutschland fördern, um psychischen Erkrankungen entgegenzuwirken

Am Dienstag, dem 04. Dezember 2018, begrüßte Dr. Robby Schlund im Rahmen des Besucherprogramms des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Instituts Vertreter von medizinischen Instituten, Universitäten und des Gesundheitsministeriums der Republik Weißrussland. Im Rahmen der Gespräche lobte Herr Aleh Skuhareuski, Leiter der Fakultät für Psychiatrie und Medizinische Psychologie der Staatlichen Medizinischen Universität Minsk, die kompetente Konferenzrunde als effizientes Format für interessante Gespräche.
Besonders die Themengebiete Psychotherapie und Psychoanalyse als Behandlungsmethoden zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen seien wichtige Diskussionsinhalte. Deshalb wurde angeregt, weitere Erfahrungen zwischen Weißrussland und Deutschland auszutauschen, um die Aus- und Weiterbildung von psychologischem Fachpersonal zu fördern und für das komplexe Gebiet der psychischen Erkrankungen mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dr. Schlund betonte, dass die geopolitische Nähe beider Länder zueinander dem Anliegen, künftig häufiger gemeinsame Fachkonferenzen abzuhalten, durchaus entgegenkäme.

Auch bei den Themen Fachkräftemangel und Krankenhausabrechnungssystem wird ein gegenseitiger Austausch für notwendig und nützlich erachtet. Auf die Frage von Herrn Aliaksandr Khajayeu, Leitende Fachkraft in der Abteilung für die Organisation der medizinischen Betreuung und Expertise des Gesundheitsministeriums der Republik Weißrussland, nach der Zuständigkeit für die Organisation künftiger Konferenzen wies Dr. Schlund auf die fachliche Verantwortung der Psychologenverbände und die politische Anbindung bei der Deutsch-Weißrussischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages hin.

Sowohl die insgesamt 10 weißrussischen Konferenzteilnehmer als auch Dr. Schlund bescheinigten der Expertenrunde eine durchaus positive Bilanz, so dass einer weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit nichts im Wege stehen dürfte.

Prof. Karl Lauterbach (SPD) verunglimpft Gesundheits- und Haushaltsexperten der AfD wegen geforderter Offenlegung von Gesundheitskosten

AfD-Gesundheits- und Haushaltsexpertin Dr. Birgit Malsack-Winkemann verwies in ihrer Rede vor dem Bundestag darauf, dass Statistiken und Auswertungen zu flüchtlingsbedingten Kosten im Zusammenhang mit dem Gesundheitsfonds nach wie vor fehlen. Um zu veranschaulichen, dass dieses dringend erforderlich sei, nannte sie als Beispiel die Kosten für die Behandlung von HIV-Patienten, welche sich auf ca. 500.000 EURO pro Patient für die lebenslang notwendige Diagnostik und Arzneimitteltherapie belaufen. Laut Robert–Koch–Institut sind bis zu 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung aus der Subsahara – Region mit HIV infiziert. HIV-Routinetests für ankommende Migranten lehnt das Robert-Koch-Institut mit der Begründung ab, dass eine kultursensible Beratung und geordnete Befundübermittlung und – mitteilung oft nicht gewährleistet werden könne. 

Die AfD fordert bundeseinheitliche HIV-Tests für Asylsuchende, da späte Diagnosen die Behandlungskosten und das Mortalitätsrisiko erheblich erhöhen.

Der AfD-Abgeordnete Detlev Spangenberg kritisierte ebenfalls die hohen Kosten der globalen Gesundheitspolitik, vor allem in Bezug auf den geplanten UN-Migrationspakt.

AfD-Gesundheits- und Haushaltsexpertin Dr. Birgit Malsack-Winkemann

Daraus konstruierten weitere Redner in dieser Debatte den Vorwurf gegen die AfD, auch in der Gesundheitspolitik Hetze gegen Flüchtlinge zu betreiben. Prof. Dr. Karl Lauterbach, SPD, spricht sogar von einem neuen Antisemitismus, welcher durch tägliche Hetze durch die AfD betrieben würde und zwar wie bei der Ausbreitung der Pest, bei der auch die Juden beschuldigt wurden für die Pest verantwortlich gewesen zu sein. Die aktuellen „Hetzen“ der AfD seien „genau die schmutzige Art und Kampagne, die sie jetzt gegen die Flüchtlinge nennen“.

Der Arbeitskreis Gesundheit der Bundestagsfraktion der AfD distanziert sich auf das Schärfste von einer solchen primitiven Verkettungslogik als Reaktion auf das Vorbringen realer Zahlen, unter anderem vom Bundesministerium selber vorgelegt. Es bleibt dabei: der Arbeitskreis Gesundheit fordert in einem ersten Schritt Statistiken und Auswertungen zu flüchtlingsbedingten Kosten in Bezug auf Infektionen wie HIV, Tuberkulose und Hepatitis A, B und C sowie im Weiteren, dass diese Statistiken und Auswertungen gegenüber der Öffentlichkeit umfassend offen zu legen sind. Mit Antisemitismus hat das nun wirklich nichts zu tun!

Beitragssatzerhöhung in der Pflegeversicherung ist der Griff in die leeren Taschen der Arbeitnehmer

7,6 Milliarden Euro Mehreinnahmen jährlich. Gespült, direkt in die Kassen der angespannten sozialen Pflegeversicherung! Was für ein genialer Wurf!

Keine weiteren Beitragsanpassungen bis 2022 versprach uns die Bundesregierung 2017!  Dabei war da schon abzusehen, dass trotz dieser Erhöhung die Pflegekasse mit einem Defizit abschließen würde. So dann auch Ende 2017 eingetreten: Ganze 2,4 Mill. Euro! Deshalb ist es unverständlich, warum Sie fehlgeschlagene Lösungsversuche mit weiteren neuen Beitragserhöhungen heilen wollen.

Das ist ungefähr so, also ob ein Schüler, bei falschem Lösungsansatz, für eine Sachaufgabe, den gleichen Lösungsansatz noch einmal verwendet, obwohl er bereits eine 6 bekommen hatte. Durch die Anhebung der Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte steigen ab Januar 2019 die Beiträge auf 3,05 Prozent bzw. für Kinderlose Beitragszahler sogar auf 3,30 Prozent des Bruttolohns.

Doch der ständige Griff in die eh schon dramatisch leeren Taschen der Arbeitnehmer ist eben der absolut falsche Lösungsweg für diese Sachaufgabe. Wir fordern deshalb, dass Sie zunächst die Ausgabenseite begrenzen und die Pflegekasse von Zuschüssen von Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherungen für die zu pflegenden Angehörigen entlasten. Dies sollte direkt durch Steuermittel finanziert werden.

Die soziale Pflegeversicherung muss vom direkten Arbeitsverhältnis abgekoppelt werden, denn die hat dort so wenig zu suchen, wie die Kfz- Vollkasko-Versicherung. Übrigens schlägt auch die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) diese Abkopplung vor.

Wir dürfen nicht zulassen, dass unter den Beitragssteigerungen die Wettbewerbsfähigkeit und Exportdynamik der deutschen Wirtschaft leiden wird. Mit jedem weiteren Beitragssatzpunkt stünden langfristig 90.000 Jobs auf dem Spiel so Dr. Hansen von der BDA. Wenn 90.000 Jobs auf dem Spiel stehen, dann kann ich ihnen jetzt schon ganz genau sagen, dass das nur die Spitze des Eisberges sein wird, denn viele Arbeitgeber werden auf die preiswerteren Geringverdiener-Jobs ausweichen! Das müssen Sie den Menschen in unserem Land erklären!

Erklären Sie Ihnen bitte auch, dass sie mehr und mehr gezwungen sein werden, 2 oder 3 Mini-Jobs anzunehmen, um ihre Familie überhaupt ernähren zu können. Und dass, ist absolut unsozial. Die gerade beschriebene Veränderung im Arbeitsmarkt, führt  Ihre Berechnung von 7,6 Milliarden Mehreinnahmen, bereits heute ad absurdum.

Ich sage Ihnen, offen und ehrlich, wir sprechen uns in 1-2 Jahren, hier in diesem Hause wieder, wenn es erneut um die Defizite in der Pflegekasse gehen wird. Wir die AfD-Bundestagsfraktion, lehnen deshalb den Gesetzesentwurf der Bundesregierung ab. Aus unsere Sicht, wäre Folgendes überlegenswert und kalkulatorisch zu prüfen: Die Pflegeversicherung sollte vor allem solidarische, soziale und demographische Faktoren berücksichtigen.

Neben einem allgemeinem Beitragssatz, einem einkommensabhängigem Zusatzbeitrag auch unter Einbeziehung von Kapitaleinkünften, wäre ein steuerfreier Zuschuss zum Bruttolohn des Arbeitnehmers die richtige Ergänzung, bei gleichzeitiger Aufhebung der Betragsbemessungsgrenze. Ab 3 Kindern sollte der Zusatzbeitrag für die Eltern entfallen. Allerdings sehen wir die Überleitung aller bisher privat Pflegeversicherten in die soziale Pflegeversicherung eher kritisch, wie im Antrag der Partei Die Linke gefordert.

Dies ist eine kalte Einführung in die Bürgerversicherung durch die Hintertür. Darum stimmen wir dem Antrag auf „Pflege solidarisch finanzieren, Beitragserhöhung stoppen“ nicht zu und enthalten uns, weil er trotz einiger sozialer Aspekte, falsche Wettbewerbsanreize setzten will.

Eine bewusste Entscheidung – Die Organspende

Widerspruch ist einfach! Im Vergleich dazu, ist eine bewusste Entscheidung immer, mit allen damit verbundenen Konsequenzen zu treffen. Wissen Sie auch warum? Weil Sie dann, wenn Sie sich für etwas bewusst entscheiden, für alle mögliche Folgefehler, auf keinen Schuldigen zeigen können.

Die bewusste, freie Entscheidung setzt vor allem eins voraus, ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Eine Selbstverantwortung, die nach Abwägung allem Wenn und Aber und allen damit zusammenhängenden Konsequenzen eine Entscheidung herbeiführt. Das ist Freiheit – Entscheidungsfreiheit. Es ist ein Stück selbstverantwortliche demokratische Mitbestimmung unserer Bürger in Deutschland. Seien wir uns doch dessen bewusst und schaffen wir wieder Vertrauen, in das System der Organspende, statt einfach zu hoffen, dass niemand widerspricht. Dazu gehört vor allem, den Menschen in unserem Land zu erklären, wie alles abläuft, und wie sie bewusst eine Entscheidung zur Organspende treffen können.

Der Hirntod ist ein sicheres Zeichen für den Tot eines Patienten, nur dann kann ein Organ entnommen werden. Aber wie sicher ist die Hirntod-Diagnostik in Deutschland? Das Transplantationsgesetz, §5, regelt, dass zwei dafür qualifizierte Ärzte unabhängig voneinander, in 3 Stufen über den Hirntod und dessen Unumkehrbarkeit entscheiden.  Diese Ärzte sind nicht an Entnahme und Übertragung der Organe beteiligt. Danach erfolgt die Spendermeldung an die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Gleichzeitig erfolgen diverse Untersuchungen, deren Ergebnisse an Eurotransplant übermittelt werden.

Erst bei der Entnahmeoperation wird endgültig entschieden, ob ein Organ wirklich zur Transplantation geeignet ist. Soweit so gut und logisch nachvollziehbar. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung aus 2014  werden in deutschen Krankenhäusern manchmal Menschen fälschlicherweise für Hirntot erklärt. Die Richtlinien zur Feststellung des Hirntodes erfordern hohen Sachverstand, die Ärzte werden zum Teil unzureichend dafür ausgebildet, ist der Vorwurf!

So  z.B. bei einem Kleinkind. Organe wurden entnommen, ohne dass der Hirntod korrekt diagnostiziert wurde und es sind 8 weitere Fälle der vergangenen Jahre bekannt. In zwei großen Städten in Deutschland wurden bei Herztransplantationen 23 von 46 Patientenfällen offenbar manipuliert. Die Liste ließe sich durch weitere Skandale erweitern, wo die finanziellen Aspekte des Transplantationsgeschäfts eine große Rolle spielen.

Genau deshalb haben die Menschen eine unzureichende Bereitschaft zur Organspende. Aber damit werden Sie mit einer Widerspruchslösung eben kein Vertrauen per Gesetz erzwingen können. Das hohe Gut des Selbstbestimmungsrechtes des Menschen muss erhalten bleiben. Gestalten Sie die Verfahrensweise professioneller, dann erhalten Sie auch das Vertrauen der Menschen in die Organspende wieder zurück.

Laut „Statista“ haben derzeit nur 33% der Menschen Vertrauen in unser Gesundheitssystem. Fangen Sie doch erstmal an, ein vernünftiges Entscheidungsregister einzuführen, das lange überfällige Dialyse-Register ins Leben zu rufen und mit dem Transplantationsregister zu verknüpfen. So wird ein Schuh draus. Schnüren Sie ein Maßnahmenpaket, dass die hirntodfeststellenden Ärzte besser befähigt! Motivieren Sie freiwillige Organspender, mit Extrabonuspunkten auf der Priorisierungsliste. Darüberhinaus wäre es denkbar, dass Spender einen weiteren Bonus ihren engsten Angehörigen vererben.

Ich persönlich wünsche mir, dass dieser hohe Standard der bewussten Entscheidung in Deutschland erhalten bleibt, denn die Organspende ist eine nun mal eine Spende. Spenden sind immer freiwillig, die ich mit vollem sozialen Bewusstsein gemeinnützig zur Verfügung stelle.

Ihr
Dr. Robby Schlund