Übersterblichkeit ja oder nein? Diese Frage ist sehr interessant und wirft viele Unklarheiten auf.

In einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes wurde die Übersterblichkeit im Zeitraum 2016 bis 2020 analysiert. Allerdings muss man wissen, dass hier lediglich Rohdaten ab dem 01. Januar 2020 herangezogen wird, d.h. dass es sich um eine reine Fallzahlauszählung der eingegangenen Sterbefallmeldungen aus den Standesämtern – ohne die übliche statistische Aufbereitung. Im Klartext: auch jeder Tote zum Beispiel aus Verkehrsunfällen zählt hier dazu.

Informationen zur Todesursache werden nämlich von den Gesundheitsämtern nicht übermittelt. Lediglich die Einstufung ob verstorben „mit“ oder „an“ COVID19 kann vom Gesundheitsamt angegeben werden – aber hier liegt das Ermessen beim jeweiligen Sachbearbeiter. Felix zur Nieden, Fachmann für Sterbefallzahlen beim Statistischen Bundesamt sagte dazu in einem Interview mit der FAZ: „Einzelne Ursachen wie Verkehrsunfälle herauszurechnen, wäre auch schwierig, weil es sich um indirekte Effekte des Lockdowns und damit der Pandemie handeln könnte.“ Also zählen wir seit 01. Januar 2020 jeden Verkehrs-, Sport- oder Haushaltsunfall mit Todesfolge zu Corona-Toten weil sie zu indirekten Effekt des Lockdowns gehören – unglaublich aber wahr!


Die Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes kommt nun zum Ergebnis, dass im November 2020 durchschnittlich 11 Prozent mehr Menschen gestorben seien, als die Jahre zu vor. Aber liegt das wirklich an Corona? Mehr als die Hälfte der Sterbefälle ereignen sich bei den über 80-Jährigen. Die demographische Entwicklung und die gestiegenen Lebenserwartungen führen zu einem Anstieg der Ü-80-Generation. Allein in den letzten 10 Jahren kam es hier zu einem Anstieg von 7,5 Prozent und im Vergleich der letzten 30 Jahre sogar um 20,3 Prozent.


Die Bevölkerung wird hier durch die Gesamterfassung aller Toten (auch ohne Corona-Erkrankung) sowie den verschobenen Altersaufbau unserer Gesellschaft mal wieder in die Irre geführt, um eine angebliche Übersterblichkeit der Corona-Pandemie zur beschwören. Zum Vergleich: das amerikanische Center for Health Statistice (vergleichbar mit unserem RKI) nimmt es mit den Zahlen etwas genauer und beschreibt konkret, dass lediglich 6 Prozent der Todesfälle ausschließlich an COVID19 verstorben sind, bei den anderen 94 Prozent lagen entsprechende Erkrankungen oder andere Todesursachen vor .