Echte Transparenz statt dubioser Inzidenz!

Die ganze Lockdown-Politik ruht auf dem Inzidenzwert – diesen zu erheben, liegt in der alleinigen Verantwortung des Robert Koch-Instituts (RKI). Sehr viel Verantwortung! Vielleicht zu viel? Zwar wird berechtigte Kritik daran gerne als “unwahr” hingestellt, doch an den Fakten ändert das nichts.

Genau diese Problematik hat die AfD schon seit Mitte letzten Jahres regelmäßig angesprochen und bekam im Grunde stets recht – auch wenn dies niemals zugegeben würde.

Ungenauigkeit, Unschärfe und Unbekannte

Die Inzidenzen zu einem wesentlichen Parameter für die Begründung von Schutzmaßnahmen zu machen, ist bei derzeitiger Handhabung Willkür, weil die gemessenen Inzidenzwerte auch von der Anzahl durchgeführter Tests abhängen. Je mehr Tests gemacht werden, desto eher werden auch die Schwellenwerte bei den Inzidenzen erreicht.

Das Problem hierbei ist, dass negative Testergebnisse NICHT in die Berechnung der Inzidenzwerte einbezogen werden. Daraus ergibt sich eine nicht belastbare Datensituation, die die tatsächliche Lage völlig verzerrt darstellt und eher beweislos evident als empirisch evident anzusehen ist.

So wird die Inzidenz aktuell berechnet:

Inzidenz = positive Tests * (100.000 / Einwohnerzahl)

Beispiel: Landkreise A und B mit jeweils 50.000 Einwohnern und 1% Infizierter (also zwei Landkreise mit identischer Ausganslage)

Landkreis A: testet 5000 Einwohner, findet ca. 50 Infizierte -> Inzidenz 100

Landkreis B: testet 2000 Einwohner, findet ca. 20 Infizierte -> Inzidenz 40

Daraus folgt: gleiche pandemische Lage, unterschiedliche Inzidenzwerte!

Lösungsansatz

Statt ausschließlich der positiven Tests, muss das Verhältnis (Zahl positiver Tests / Gesamtzahl Tests) berücksichtigt werden und die daraus resultierende “Testpositivenquote” in die Gesamtrechnung einfließen.

Inzidenzwert = Testpositivenquote * (100.000 / Einwohnerzahl)

Doch hier gibt es ein weiteres, grundlegendes Problem.

Bei der Erhebung der Anzahl von durchgeführten Testungen gibt es große Ungenauigkeiten. Zwar versucht das RKI mit einem wöchentlichen Bericht einen Überblick über die durchgeführten Labortests zu verschaffen, doch die entsprechende Passage zur Ermittlung dieser Daten wurde im November 2020 aus dem Infektionsschutzgesetz gestrichen – ebenso wie die Übermittlungspflicht für negative Testergebnisse. [1]

Meldungen der negativen Fälle wurde gestrichen: “Infektionsschutzgesetz 7 Absatz 4 sah bislang vor, dass das Untersuchungsergebnis zum direkten oder indirekten Nachweis von SARS-CoV und SARS-CoV-2 nichtnamentlich zu melden ist. Dies umfasst auch negative Testergebnisse. Mit der vorliegenden Änderung wird die Meldepflicht zur Entlastung der Meldepflichtigen wieder auf die namentliche Meldepflicht des direkten und indirekten Nachweises einer Infektion mit SARS-CoV und SARS-CoV-2 nach § 7 Absatz 1 Satz 1 Nummer 44a IfSG beschränkt. ” [2]

Somit ist es schlichtweg nicht möglich, alle notwendigen Daten zu berücksichtigen.

Selbst an den Ausführungen zur Testzahl-Erhebung auf der Webseite des RKI[3] wird deutlich, dass man keinen kompletten Überblick über die Anzahl durchgeführter Corona-Tests hat und somit sind die täglich gemeldeten Inzidenzwerte NICHT exakt in das Verhältnis zu Testzahlen bringen.

So schreibt das Robert-Koch-Institut selbst:

“[…]Daten aus einer Stichprobe von Laboren[…]”

[…]keine Vollerhebung aller Testungen in Deutschland[…]

[…]freiwillige Teilnahme an der laborbasierten SARS-CoV-2-Surveillance[…]

[…]Tendenziell sind Krankenhauslabore gegenüber den niedergelassenen Laboren unterrepräsentiert[…]

[…]Abdeckung und Repräsentativität der Daten variieren zwischen den Bundesländern[…]

Da aufgrund der fehlenden Daten die Gesamtzahl der Testungen nicht ins Verhältnis zu den Positivtestungen gesetzt werden kann, weiß man auch nicht, ob die angegebenen Inzidenzen im Bereich der Ungenauigkeiten und Unschärfe der Testspezifitäten liegen. Würde die Berechnung korrekt erstellt werden, gäbe es wohl keinerlei Rechtfertigungen für entsprechende Lockdown-Maßnahmen.
Zudem geben die reinen Inzidenzwerte keine Auskunft darüber, wie schwer die betreffenden Personen, oder wie viele überhaupt erkrankt sind.

Zahlen lügen nicht – Komma-Tuning für die Glaubwürdigkeit

Auch bei den Tests selbst, existiert eine entscheidende Ungenauigkeit. Obwohl die Spezifität des PCR Test objektiv nur bei 99 % liegt, hieß es plötzlich, dass man “wisse, dass die Zahlen genauer sind und bei 99,999 Prozent lägen.” Auf die Nachfrage, woher man das wisse, und in welchem Fachjournal dies so veröffentlicht wurde, hieß es lediglich, dass es “reichen würde, dass man es weiß”.

Was aber im medizinischen Fachjournal veröffentlicht wurde, ist der Wert einer 99 %-igen Genauigkeit. Das bedeutet, dass auf 1 Millionen Getestete, 10.000 mögliche fehlerhafte Messungen kommen. Das ist ein eindeutiger Hinweis auf die Ungenauigkeit bei der Erhebung der Inzidenzwerte.

Wie das RKI mal eben die Werte änderte, zeigt ein Artikel von journalistenwatch.de hier auf.[4]

Das gleiche gilt übrigens auch für die Schnelltests. Da liegt die Spezifität nur bei circa 70 %, was für einen Selbsttest gar nicht so schlecht ist. Das führt aber dazu, dass auf 1 Million Schnelltests circa 300.000 möglicherweise falsch positive kommen.

Dort, wo man richtig rechnet

Anders als in Deutschland, werden Inzidenz und Spezifität in Ländern wie z.B. Russland oder China richtig berechnet. Statt fehlerhafte Testungen unter den Teppich zu kehren, werden diese dort mit einbezogen, was dazu führt, dass man ein viel realistischeres Bild der Lage erhält, so dass sämtliche Lockdown-Maßnahmen komplett aufgehoben wurden – im übrigen schon seit dem Sommer letzten Jahres.

Fazit – Echte Transparenz statt dubioser Zahlenspiele

Das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung ist bereits nachhaltig geschädigt. Nach der Kritik an intransparenten, nächtlichen (Online-)Hinterzimmergesprächen, muss nun auch die Bewertung der Pandemie-Lage mehr Transparenz erfahren. Das Festmachen von Maßnahmen an Inzidenzen allein, ist ungeeignet, um die Pandemielage abzubilden. Somit muss auch der Lockdown komplett aufgehoben werden und das Pandemie-Management an realistischen Faktoren und Daten, wie den tatsächlichen Todesfall-Zahlen bezogen auf die Gesamtbevölkerung sowie der regionalen Intensivbettenbelegung und der Anzahl regional tatsächlich Erkrankter fest gemacht werden. Ein Festhalten an unwissenschaftlich errechneten Zahlen darf es nicht länger geben – zum Wohle aller.

Auch der ehemalige Chef-Virologe der Charité, Prof. Dr. Detlev Krüger, fordert ein Umdenken seitens der Bundesregierung und wendet sich gemeinsam mit Epidemiologe Klaus Stöhr mit einem offenen Brief an den Deutschen Bundestag. Hier nachzulesen.[5]

Deutsche Gründlichkeit bei Datenerfassung in der Pandemie – FEHLANZEIGE!

Wir deutschen sind Weltmeister beim erstellen von Statistiken. Alles wird dokumentiert, protokolliert und analysiert. Wie viel Kilogramm Schokolade jeder pro Jahr isst, wie viele Paar Schuhe jeder pro Jahr kauft, wie viel CO2 jeder pro Tag erzeugt. Daten über Daten, die Aufschluss über jedes einzelne Detail in unserem Land geben. Da fragt man sich, warum dies im Angesicht einer schweren Pandemie und dreistelliger Milliardenschäden nicht mehr greift und eine umfassende und korrekte Datenerhebung nicht erfolgt. Warum werden ausgerechnet die wichtigsten Zahlen zur tatsächlichen Bewertung der Corona-Lage so sträflich vernachlässigt? Können wir uns das wirklich leisten?


Quellen